Agenda Bankrisikosteuerung – Hauptthemen für 2019

ERM
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26. Februar 2019
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Patrik Buchmüller, Oliver Rambock, Christine Mährle

Dieser Beitrag gibt einen kurzen Überblick über wichtige regulatorische Umsetzungsthemen für Banken in Deutschland. Er beinhaltet die Vorstellung der Aufsichtsplanung von EZB, BaFin und Bundesbank ebenso wie die jüngsten Risikoanalysen der Aufsichtsbehörden. Darüber hinaus wird detaillierter auf die Arbeiten zur Umsetzung von Basel III sowie die Fortentwicklung von bankaufsichtlichen und branchenübergreifenden IT-Rechtsnormen eingegangen. Abschließend wird die aktuelle Risikolage im Bankensektor mit Fokus auf Konjunkturrisiken, Immobilienmarkt und den Brexit kommentiert. Im Gegensatz zu den üblichen Darstellungen der regulatorischen Agenda setzt dieser Beitrag bewusst Schwerpunkte auf wenige, wichtige Themen, berücksichtigt die tatsächliche Risikosituation der Banken und gibt Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

I. Einführung 

Jedes Jahr stellt sich für die Risikomanager in den Instituten die Frage, wie sie ihre knappe Zeit auf die Umsetzung der regulatorischen Neuerungen aufteilen sollen. Dieser Beitrag möchte hierzu eine Hilfestellung geben. 

Im Folgenden konzentrieren wir uns auf die bereits visuell dargestellten Themenbündel und versuchen in den Abschnitten II bis IV  insbesondere kleineren Instituten einen Kurzüberblick über die wichtigsten Entwicklungen zu geben. Abschließend geben wir in Abschnitt V auf Basis einer kurzen Sichtung der Hauptrisiken in 2019 aus betriebswirtschaftlicher Perspektive unsere Empfehlungen zur Priorisierung der konkreten Umsetzungshandlungen. 

II. BaFin, EBA und EZB im Überblick

1. Schwerpunktplanung der Aufsichtsbehörden und Regulierungsinstitutionen

Die BaFin hat am 18. Dezember 2018 erstmals die zusammen mit der Bundesbank festgelegten Schwerpunkte ihrer Aufsicht über die weniger bedeutenden Institute (less significant institutions) für 2019 veröffentlicht (vgl . BaFin, 2018a). Dabei wurden folgende sechs Risiken genannt: 1) Ertragsrisiken, 2) Zinsrisiken, 3) Digitalisierung/IT-Risiken, 4) Kreditrisiken (darunter Entwicklungen im Immobiliensektor), 5) Länderrisiken sowie 6) Rechts- und Reputationsrisiken.

Für die Institute ist es besonders interessant zu wissen, dass sich die Bankenaufsicht einerseits fokussiert auf den LSI-Stress­test 2019 mit Überprüfung der Auswirkungen auf Ertragslage und Zinsänderungsrisiken und andererseits auf die Prüfung von IT-Systemen und der dazugehörigen IT-Prozesse. Ergänzend hat die BaFin auch Schwerpunkte ihrer gesamten Tätigkeit über die Bankenaufsicht hinaus veröffentlicht und dabei insbesondere die Themen Digitalisierung und Brexit genannt. 

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Autoren:
Dr. Patrik Buchmüller, freiberuflicher Unternehmensberater und Hochschuldozent (u. a. Lehrbeauftragter für die Fachhochschule Worms und Duale Hochschule Baden-Württemberg, Ravensburg) mit langjähriger Erfahrung als Risikomanager bei privaten und öffentlichen Banken in Deutschland sowie als BaFin-Mitarbeiter mit Zuständigkeit für das operationelle Risiko.
Oliver Rambock, Leiter der MaRisk Acadamy mit über 15-jähriger Erfahrung als Experte für Risikomanagement und Regulatorik in der Finanzbranche.
Christine Mährle, Diplom-Volkswirtin und MBA, arbeitet als freiberufliche Unternehmensberaterin mit 15-jähriger Berufserfahrung in den Schwerpunkten Banken- und IT-Strategie, Regulatorik, Prozessmanagement und Projektmanagement in Frankfurt/Main.

[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 01/2019. Die Ausgabe ist seit dem 30. Januar 2019 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

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