Angst vor der Blasenbildung

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13. November 2017
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Von Steven Russolillo und Paul Vigna

Der Bitcoin-Markt ist abermals scharf ausgebremst worden. Die Währung gab in nur wenigen Tagen um mehr als 25 Prozent an Wert ab. Inzwischen ist das Kunstgeld weniger als 6.000 US-Dollar wert, nachdem es in der Vorwoche nahe seinem Rekordwert bei 7.900 Dollar notiert hatte. Ein abgeblasenes Software-Update, Sorgen um die angepeilte Ausgabe von Bitcoin-Futures und Ängste vor einer ausgeprägten Blase am Markt waren die Ursache. Trotz des Absturzes hat die Kryptowährung in diesem Jahr allerdings noch mehr als 500 Prozent an Wert gewonnen. Die Marktkapitalisierung wird mit 100 Mrd. Dollar angegeben. Der jüngste Absturz markiere bereits das fünfte Mal in diesem Jahr, dass die Internetwährung von einem Höchststand um mehr als 20 Prozent kollabierte, so die Internetseite Coindesk.

Der jüngste Rückgang kam nach der Aufgabe von Plänen, mit der das Internetgeld im Prinzip in zwei Varianten zerlegt worden wäre. So legte eine Gruppe ihre Pläne auf Eis, eine neue Version der Bitcoins zu schaffen, die einen schnelleren Handel erlaubt hätte; mit einer Software-Änderung hätten sich die Rechnerkapazitäten des Netzwerks verdoppelt. Händler sind seit einiger Zeit zudem zunehmend skeptisch über die Einführung von Bitcoin-Futures. Die Börsenbetreiber CME und CBOE kündigten entsprechende Pläne an. Damit könnten Wall-Street-Händler auf Bitcoin-Preise wetten und sich gegen deren starke Schwankungen absichern. Das würde den Bitcoins tendenziell die Tür in institutionelle und geregelte Märkte öffnen. Das ist nicht ohne Risiko, worauf auch immer mehr Derivatehändler hinweisen. Am Markt kursieren Sorgen, dass sich gerade die womöglich größte Finanzblase aller Zeiten aufbaue. (DJN)

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