Asset-Backed ICO: Hype oder nachhaltige Finanzierungsmethode?

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26. September 2018
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Von Jörg Schwerdtfeger, Veronika Ghedina

Allein bis zum Juli 2018 wurden durch ICO weltweit fast 14 Mrd. US-Dollar an Kapital aufgebracht, und die Tendenz ist weiter steigend. Von einer internationalen Börse für Kryptowährungen wird berichtet, sie habe mit 200 Mitarbeitern allein im ersten Quartal 2018 einen Gewinn von 200 Mio. US-Dollar erwirtschaftet. Im gleichen Quartal hat die BaFin allerdings einer Handelsplattform das Geschäft untersagt. Angesichts dieses heterogenen Bilds stellt sich die Frage, ob wir es nur mit einem Hype oder einer ernst zu nehmenden Entwicklung zu tun haben.

Initial Coin Offerings und die Blockchain

Die Grundlage für ICO und Kryptowährungen ist die Nutzung einer Blockchain. Bei einer Blockchain handelt es sich um ein Netzwerk von Rechnern, die über das Internet verbunden sind. Transaktionen zwischen den Teilnehmern sind in der Blockchain dadurch gekennzeichnet, dass sie grundsätzlich ohne Zwischenschaltung eines Vermittlers zeitnah und unmittelbar ausgeführt werden können. 

Transaktionen in der Blockchain gelten als fälschungssicher und transparent, da eine Rückverfolgung der unveränderbaren Transaktionen möglich ist. Außer der Gewährleistung der technischen Voraussetzungen bedarf es grundsätzlich keiner zusätzlichen Akteure. Daher gelten diese Transaktionen auch als besonders kostengünstig.

Neben diesen ökonomischen und technologischen Aspekten spielen für die Beurteilung als Finanzierungsmethode die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Ausgestaltung eine wesentliche Rolle. 

ICO als Finanzierungsmethode – ein Überblick

Das Initial Coin Offering (ICO) stellt eine noch relativ neue Möglichkeit für Unternehmen zur Kapitalaufnahme dar. Diese finanzieren sich, indem sie an Anleger eigene „digitale Münzen“ (Coins oder Token) ausgeben. Die Token verleihen dem Inhaber bestimmte Rechte, die vorher im Whitepaper, einer Art Prospekt, festgelegt wurden. Entscheidend sind ferner die Terms & Conditions, die von dem Unternehmen festgelegt wurden. 

Im Whitepaper werden üblicherweise die Strategie und wesentlichen Merkmale des Unternehmens beschrieben, häufig ohne die formalen Voraussetzungen eines wertpapierhandelsrechtlichen Prospekts zu erfüllen. In den Terms & Conditions werden die Geschäftsbedingungen, wie unter anderem Zahlungsmodalitäten und Rechte der Anleger, festgelegt. Die im Markt beobachtbaren Rechte sind vielfältig ausgestaltet: bspw. können dem Anleger Stimmrechte, Gewinnbeteiligungen oder die Berechtigung zur Inanspruchnahme bestimmter Dienstleistungen eingeräumt werden. 

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[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 08/2018. Die Ausgabe ist seit dem 26. Oktober 2018 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autoren:
Dr. Jörg Schwerdtfeger, Senior Manager, PwC Financial Services Legal.
Veronika Ghedina, Manager, PwC Financial Services Legal.

Artikelbild: ©MR-MENG – iStockphoto.com