Bankenstresstests 2018: Keine Schwelle für das Durchfallen

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23. November 2017
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Von Matthias Goldschmidt

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) gibt sich zuversichtlich über das Gelingen der anstehenden Bankenstresstests. "Ich erwarte, dass der Stresstest im kommenden Jahr weitaus weniger kontrovers abläuft als vorherige Tests", sagte Adam Farkas, EBA-Direktor, im Rahmen einer Veranstaltung in Frankfurt. Er gehe von einem transparenten Dialog zwischen Behörden und Banken und einem reibungslosen Ablauf aus.

Der Stresstest, mit dem die Widerstandsfähigkeit europäischer Kreditinstitute in einem simulierten ökonomischen Schockszenario getestet wird, startet im Januar 2018. Die Ergebnisse sollen bis zum nächsten November veröffentlicht werden. 50 Banken aus der Eurozone, anderen EU-Staaten und Norwegen sind dem Test unterworfen. Darunter sind acht Banken aus Deutschland, vier davon Landesbanken. Damit werden 70 Prozent der gesamten Banken-Aktiva aus jeder Region repräsentiert. Die Methodologie zum Stresstest hat die EBA bereits im Sommer vorgestellt und im November finalisiert. Der wichtigste Unterschied zu vorherigen Übungen dürfte sein, dass erstmals auch die Auswirkungen der neuen Rechnungslegungsvorschrift IFRS 9, die zum 1. Januar in Kraft tritt, beleuchtet werden. IFRS 9 regelt den Ansatz und die Bewertung von Finanzinstrumenten.

Farkas betonte, dass es bei dem Stresstest wie schon 2016 nicht um "Bestanden" oder "Durchgefallen" gehen werde. "Der Stresstest wird zeigen, welchen Einfluss die durchgespielten Szenarien auf das Kapital der Banken haben wird". Es gebe keine Schwelle, ab der eine bestimmte Bank durchfalle, so Farkas. Auch würden keine bestimmten hypothetischen Ereignisse prognostiziert, sondern ein "sehr adverses, aber plausibles Szenario" geschaffen. Der Stresstest sei "ein nützliches Werkzeug für die Behörden, und ein nützliches Werkzeug für das Management der Banken", sagte Farkas. (DJN)

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