Basel III: Knackpunkt Output Floor

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15. März 2017
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Von Hans Bentzien

Die Deutsche Bundesbank ist nach den Worten ihres Vorstandsmitglieds Andreas Dombret mit den bisherigen Ergebnissen der Verhandlungen über eine Vollendung der Eigenkapitalrichtlinie Basel III generell zufrieden. Sie wird aber keiner Regelung zustimmen, die den Nutzen des Einsatzes interner Modelle bei der Berechnung von Risikoaktiva zu sehr einschränken. "Ein zu hoher Output Floor ist mit uns schlicht nicht zu machen", sagte Dombret bei der jährlich stattfindenden Konferenz "Bankenaufsicht im Dialog". In den Verhandlungen werde die Bundesbank deshalb weiterhin dafür einstehen, dass kein zu hoher Output Floor eingeführt wird. "Dafür besteht keine Notwendigkeit – und es wäre sogar schädlich", sagte Dombret. Der Streit um Output Floors hat bisher eine Einigung über Basel III verhindert.

Im Zentrum des Streits steht die Frage, welche Kreditrisiken Banken mit eigenen Modellen berechnen dürfen und wie stark das dabei ermittelte Ergebnis von dem eines Standardmodells nach unten abweichen darf (Output Floor). In Europa, darunter in Deutschland, sind diese Modelle weit verbreitet, in den USA nicht. Die Bundesbank setzt sich gleichwohl für ein "regional ausgewogenes" Ergebnis der Vollendung von Basel III ein. Dombret zufolge ist für die meisten teilnehmenden Institute kein wesentlicher Anstieg der risikogewichteten Aktiva und damit der Eigenkapitalanforderungen zu erwarten. "Konkret bedeutet das für Deutschland für viele Banken geringe Anstiege von im Mittel unter 5 Prozent. Mitunter sehen wir sogar einen Rückgang der Kapitalanforderungen", sagte Dombret. Er fügte hinzu: "Es ist an der Zeit, dass Kritiker, statt bei Basel III auf die Barrikaden zu gehen, den Blick nach vorne richten."

Kritischer sieht es laut Dombret nach derzeitigem Verhandlungsstand für einige deutsche Großbanken aus, und zwar wegen besagter Output Floors. "Einzelne Institute sind durchaus von den Vorschlägen aus Basel betroffen, auf diese besonders betroffenen Institute können sehr wohl erhöhte Eigenkapitalanforderungen zukommen, in wenigen Ausnahmefällen sogar mehr als 20 Prozent", sagte Dombret. Für diese wenigen Banken würden die Übergangsregelungen genug Zeit bieten, auf die neuen Anforderungen zu reagieren.

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