Basel III soll 2016 abgeschlossen werden

-
22. April 2016
-
Von Stefan Hirschmann

Die Reform des im Jahr 2010 verabschiedeten Basel-III-Regelwerks soll bis Ende 2016 abgeschlossen werden. Ziel der Bankenaufsicht ist es, Schwachstellen der bestehenden Aufsichtsvorgaben zu beseitigen und endlich einen schlüssigen, soliden und globalen Regulierungsrahmen für Kreditinstitute vorlegen zu können. „Anschließend sollte beobachtet werden, wie die neuen Regeln wirken, bevor über neue Regulierungsprojekte nachgedacht wird“, sagt Dr. Andreas Dombret, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank.

Die grundsätzliche Zunahme der Regulierungsintensität rechtfertigt Dombret mit den hohen Kosten globaler Finanzkrisen. So sei die Staatsverschuldung der entwickelten G20-Staaten zwischen 2007 und 2014 von etwa 70 auf 105 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gestiegen. Auch die Arbeitslosigkeit in diesen Ländern habe im Schnitt um mehr als zwei Prozentpunkte zugelegt. Die vorangegangenen Exzesse der Finanzwirtschaft hätten somit volkwirtschaftliche Entwicklungspotenziale nachhaltig beschädigt. Deshalb sei es absolut richtig gewesen, den Regulierungsrahmen als Reaktion auf die Krise von 2008 zu überarbeiten und zu verbessern. Basel III und die weiteren Reformbausteine seien damit das Fundament eines stabileren Finanzsystems. „Wir werden 2016 fertig werden – alles was nicht reformiert wird, bleibt beim aktuellen Status-Quo“, so Dombret im Rahmen einer Veranstaltung des Bankenverbands Hamburg.

Unterm Strich seien die bisherigen Reformen erfolgreich gewesen und hätten tatsächlich zur Stabilisierung des Bankensektors beigetragen. Höhere Eigenkapitalanforderungen seien nicht nur aus Stabilitätsgründen vorteilhaft, sondern mehr Eigenkapital ginge auch mit einem größeren Volumen in der Kreditvergabe einher. „Es werden also tatsächlich mehr statt weniger Kredite vergeben“, so Dombret. Der Bundesbank-Vorstand räumte ein, dass die Komplexität der Regulierung und der Compliance seit Basel II deutlich zugenommen habe und für die Banken mittlerweile eine sehr große Herausforderung darstelle. Diese Entwicklung müsse allerdings in einem internationalen Kontext gesehen werden. Die globalen Baseler Regelwerke seien immer umfangreicher und komplizierter geworden. „Die zunehmende Europäisierung der Umsetzung und das daraus folgende Nebeneinander von EU- und nationalem Recht haben die Regelbereiche weiter verkompliziert“, weiß Dombret. Das Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Regeln mache die Einhaltung des gesamten Regulierungsrahmens zu einer teils unübersichtlichen Aufgabenstellung. Dieser Zustand entspreche weder der Wunschwelt der Banken noch der der Aufseher. Gleichwohl gestalte sich die Situation besser dar im Vergleich zu der Alternative deutlich strengerer Eigenkapitalvorschriften, die unabhängig vom zugrunde liegenden Risiko erlassen würden.  Ein vielschichtiger Regulierungsansatz sei damit eine "Second Best Solution".

Bildquelle: © rustamank - Fotolia.com