Brexit-Banken sollten nicht lange zögern

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31. August 2017
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Von Hans Bentzien

Der Chef der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Felix Hufeld, ermahnt Banken, die an einer Ansiedlung von Kapazitäten nach Frankfurt interessiert sind, nicht zu lange mit Anträgen bei den deutschen Aufsichtsbehörden abzuwarten. "Sie alle kennen den Spruch, dass diejenigen, die zu spät kommen, das Leben bestraft", sagt Hufeld. Die Aufsicht sei da zwar nicht ganz so gnadenlos, doch seien auch ihre Ressourcen begrenzt. "Institute tun gut daran, Zulassungserweiterungs- oder Lizenzanträge eher früher als später zu stellen - und möglicherweise fehlende Details im Rahmen eines dialogorientierten Antragsverfahrens nachzuarbeiten. Ansonsten laufen sie Gefahr, an das Ende der Schlange zu geraten", so Hufeld. Viele internationale Banken wickeln ihre Geschäfte mit der EU gegenwärtig von London aus ab. Mit dem für Ende März 2019 vorgesehenen EU-Austritt Großbritanniens müssen sie sich daher neue Standorte innerhalb der EU suchen. Hufeld warnt davor, in Sachen des Clearings von Euro-Derivaten übereilte Entscheidungen zu treffen. "Vor einer Entscheidung sollten wir uns allerdings die Zeit nehmen, um systemische Risiken umfassend zu analysieren und mögliche Reaktionen auch unter Folgegesichtspunkten abzuwägen, inklusive möglicher Reaktionen von dritter Seite." (DJN)

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