Brexit macht britische Banker arbeitslos

ERM
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19. Februar 2016
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die Verhandlungen mit Großbritannien über den Verbleib in der EU haben noch zu keinem Ergebnis geführt. Es gebe in den Gesprächen mit dem britischen Premierminister David Cameron beim EU-Gipfel Fortschritte, aber "weiter noch viel zu tun", sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk in der Nacht zum Freitag in Brüssel. Die Briten sollen voraussichtlich im Juni über einen eventuellen Ausstieg aus der Gemeinschaft abstimmen.

Ein möglicher Brexit hätte enorme Auswirkungen auf die Finanzindustrie. Die Banken gerieten in Handlungszwang. Denn für keinen anderen britischen Industriezweig steht bei einem Scheitern der Verhandlungen und einem Ausstieg des Landes aus der EU mehr auf dem Spiel als für die Banken und Finanzdienstleister. Zahlreiche Investmentbanken haben in den letzten Wochen bereits ihre eigenen Ansichten über einen Brexit deutlich gemacht. Kurzfristig halten die meisten eine Kombination aus politischer Instabilität und Unsicherheit für unvermeidlich, was wiederum  zu einem steilen Kursverlust des britischen Pfunds führen würde. Goldman Sachs etwa prognostiziert einen Kursrutsch von bis zu 20 Prozent. Die Bank of England könnte gezwungen sein, die Zinssätze schneller als aktuell erwartet anzuheben. HSBC warnte indes diese Woche davor, dass es 1.000 Arbeitsplätze nach Paris verlegen würde, sollte Großbritannien die EU verlassen. Offenbar glaubt niemand im britischen Finanzsektor daran, dass im Falle des Austritts aus der EU die Verhandlungen über neue Handelsbeziehungen einfach werden würden. (DJN)

 

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