Brexometer: Brexit erfordert Anpassungen im Geschäftsmodell

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19. Januar 2017
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Von Redaktion RISIKO MANAGER

Die State Street Bank hat einen Brexometer-Index geschaffen, der die Stimmung institutioneller Investoren hinsichtlich der Entscheidung des Vereinigten Königreichs misst, die Europäische Union zu verlassen. Im dritten Quartal 2016 wurde eine erste Umfrage durchgeführt, die vierteljährlich wiederholt wird. Demnach gehen drei Viertel der befragten institutionellen Investoren derzeit davon aus, dass sie ihre Bestände an britischen Vermögenswerten (Aktien, Anleihen oder alternativen Anlagen) in den kommenden sechs Monaten halten werden. 80 Prozent der Umfrageteilnehmer erwartet, dass sich der Brexit auf ihr Geschäftsmodell auswirken wird – dies waren im Vergleich zur ersten Umfrage vier Prozentpunkte mehr. Und fast die Hälfte erwartet, dass sich die Höhe der Investitionen in die britische Wirtschaft im kommenden Quartal verringern wird. Knapp ein Drittel der Befragten geht davon aus, dass die Inhaber von Vermögenswerten ihr Investmentrisiko in den kommenden drei bis fünf Jahren reduzieren werden. Dass die Inhaber von Vermögenswerten ihr Risikoniveau erhöhen werden, glaubt hingegen etwas mehr als ein Viertel der Befragten.

Die Ergebnisse zeigen, dass institutionelle Investoren davon ausgehen, dass der Brexit Auswirkungen auf eine ganze Reihe operativer Fragen haben wird. „Das Pfund verlor kurz nach dem Votum stark an Wert und fiel im Oktober noch weiter. Seitdem ist das Pfund allerdings stabiler. Die Schwäche wirkte sich positiv für britische Kunden aus, die keine Kurssicherung vorgenommen hatten. Wir haben jedoch vermehrte Kurssicherungen sowohl hinsichtlich passiver als auch dynamischerer Ansätze festgestellt“, sagt James Binny, Währungschef bei State Street Global Advisors. Ansätze des Währungsrisikomanagements (z.B. Currency-Overlay) gewinnen deshalb an Bedeutung.

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