Bundesbank verteidigt Abwicklung von Banco Popular

ERM
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14. Juni 2017
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Von Hans Bentzien

Der im Vorstand der Deutschen Bundesbank für Bankenaufsicht zuständige Andreas Dombret hat das Vorgehen der europäischen Behörden im Falle des spanischen Banco Popular Espanol verteidigt. In einem Interview sagte Dombret: "Wir haben klare Regeln für die Abwicklung von Banken und diese Regeln müssen eingehalten werden." Natürlich sehe jeder Fall anders aus, und diese Unterschiede müsse man berücksichtigen. Einen anderen Weg gebe es nicht.

Dombret wies darauf hin, dass der Beschluss zur Abwicklung mitten in der Woche gefallen sei und nicht an einem Wochenende, wie das normalerweise der Fall sei. "Jeder Fall ist anders und manchmal auch anders, als man normalerweise planen würde", sagte er. Die Bankenaufsicht SSM der Europäische Zentralbank (EZB) hatte am 7. Juni, einem Mittwoch, erklärt, dass sich die Liquiditätslage von Banco Popular so stark verschlechtert habe, dass abzusehen gewesen sei, dass sie ihre Schulden und andere Verbindlichkeiten nicht werde begleichen können. Deshalb stelle sie fest, dass Banco Popular "gescheitert ist oder scheitern dürfte". Die europäische Abwicklungsbehörde SRB hatte daraufhin einen Bail-in-Prozess in Gang gesetzt, in dessen Rahmen die Aktien der Bank und deren Nachranganleihen wertlos wurden. Zudem wurden so genannte Coco-Anleihen in neue Aktien von Banco Popular umgewandelt und dem neuen Besitzer, Santander, für 1 Euro übertragen. Dombret sagte: "Es ist zu früh zu sagen, ob es ein Erfolg ist. Ich glaube, dass die Reaktion des SSM adäquat war und dem europäischen Regelwerk entsprach." Die Märkte in Spanien hätten jedenfalls positiv reagiert. (DJN) 


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