Chinesischer Versicherer wird größter HSBC-Aktionär

ERM
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06. November 2018
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Von Joanne Chiu

Bei der britischen Bank HSBC hat die Position des größten Einzelaktionärs gewechselt. Der chinesische Versicherer Ping An Insurance hat Blackrock überholt und demonstriert mit einem 12 Mrd. US-Dollar schweren Anteil an dem Finanzkonzern den wachsenden Appetit Chinas auf Unternehmensbeteiligungen im Ausland.

Der Anteil von Ping An an der HSBC Holdings PLC stieg nach einem Zukauf weiterer Aktien auf mehr als 7 Prozent, wie aus einer Pflichtmitteilung vom Montag hervorgeht. Im Dezember, als die Beteiligung bekannt wurde, hatte der Anteil noch bei 5 Prozent gelegen. Blackrock, der weltgrößte Vermögensverwalter, hält Stand Oktober 6,6 Prozent. Eine Sprecherin von Blackrock in Hongkong lehnte eine Stellungnahme ab.

Das Verhältnis von HSBC und Ping An hat sich damit gedreht. Die britische Bank war einst mit 15,6 Prozent an dem Versicherer beteiligt, verkaufte ihren Anteil aber 2012 an ein von dem thailändischen Tycoon Dhanin Chearavanont kontrolliertes Konglomerat für 9,4 Mrd. Dollar. HSBC, die nach Bilanzsumme sechstgrößte Bank der Welt, zahlt üblicherweise eine großzügige Dividende. Damit ist die Aktie, die primär in London und Hongkong gehandelt wird, beliebt bei Anlegern, die angesichts der Unsicherheiten über die globalen Handelsbeziehungen und das weltweite Wachstum auf der Suche nach defensiven Investitionsmöglichkeiten sind. Mit einer schon seit langem großen Präsenz in China ist die Bank dort vielen Investoren gut vertraut. (DJN) 

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