Credit Agricole investiert ins Deutschland-Geschäft

ERM
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25. Juni 2018
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die Credit Agricole, nach Börsenwert die zweitgrößte Bank Frankreichs hinter BNP Paribas, will in Deutschland präsenter werden und dafür mehr Kapital bereitstellen.

"Wir sind bereit, mehr risikoadäquates Kapital für die Finanzierungsaktivitäten im Corporate & Investment Banking bereitzustellen", sagte Jérôme Grivet, Finanzvorstand der börsennotierten Einheit Credit Agricole SA, im Interview mit der Börsen-Zeitung. Im kommenden Jahr werde die Bank einen neuen Strategieplan vorbereiten und sich dann ausführlich zu den Zielen für Länder wie Deutschland äußern. Ins deutsche Massengeschäft will sich die Bank indes nicht wagen: "Ich sehe nicht, dass wir das Retail Banking hier von Grund auf oder durch eine Übernahme aufbauen", sagt er weiter. In Deutschland sei das Privatkundengeschäft "von den Preisen her vielleicht noch kompetitiver" als in Frankreich. Die Bundesrepublik ist für Credit Agricole der zweitwichtigste Auslandsmarkt nach Italien.

Überhaupt lässt Grivet mit Blick auf potenzielle paneuropäische Fusionsvorhaben, etwa von Société Générale und UniCredit, Skepsis durchklingen. "Man kann solche Fusionen nicht rechtfertigen, wenn es keine Kostensynergien gibt." Er sehe nicht, wie das gehen solle. Credit Agricole ziehe eine solche Fusion "nicht in Betracht". Kleinere Akquisitionen indes wären künftig sehr wohl möglich, und zwar bevorzugt im Asset Management, im Private Banking in Asien, Monaco und Italien, aber auch im italienischen Massengeschäft, sagte er. Was die Risiken der Bank in Italien angeht, gibt sich der Manager entspannt: "Die politische Situation in Italien sieht schwierig aus, wirtschaftlich gesehen ist die Situation aber recht stabil." Italien-Aktivitäten machten 15 Prozent des Nettoergebnisses der börsennotierten Einheit CASA und weniger als 10 Prozent des Nachsteuergewinns der Gruppe aus. (DJN) 

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