Das CRO-Programm für regulatorischen Wandel und Digitalisierung

ERM
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07. Mai 2018
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Von Tobias Sander, Ingo Garczorz

Nach fünf Jahren kontinuierlicher Erholung ist die Wirtschaftsleistung des globalen Bankensektors ins Stocken geraten. Die globale durchschnittliche Performance der Banken – gemessen an der Wertschaffung (Economic Profit, EP), sank von 16 Basispunkten (bezogen auf das Gesamtvermögen) im Jahr 2015 auf 11 Basispunkte im Jahr 2016, so das Ergebnis der achten jährlichen Studie der Boston Consulting Group zur Lage der Branche. Im Rahmen unserer Untersuchung wurde der EP von mehr als 350 Retail-, Geschäfts- und Investmentbanken im Jahr 2016 betrachtet, wodurch mehr als 80 Prozent des globalen Bankenmarkts abgedeckt waren. Der EP, bei dem die Refinanzierungs-, Betriebs- und Risikokosten den Erträgen gegenübergestellt werden, vermittelt ein umfassendes Bild der Finanzlage der Banken in einer Zeit weiterhin zunehmender Regulierung.

Ursachen für die Verschlechterung der Leistungsfähigkeit der globalen Banken sind unter anderem die anhaltend niedrigen Zinssätze, wachsender Wettbewerb, die digitale Disruption und stetig steigende Betriebskosten. Anhaltende neue und überarbeitete, globale und lokale regulatorische Änderungen und Kontrollen haben außerdem zur Verringerung des EP der globalen Banken beigetragen.

Den regulatorischen Wandel zu verfolgen und umzusetzen wird weiterhin entscheidend für den geschäftlichen Erfolg sein. Vorausschauende Chief Risk Officer (CROs) werden diese Zielsetzung erreichen – und gleichzeitig ihre Risikomanagement-Aktivitäten so aufstellen, dass sie für die Bank zu einem echten Wertschöpfungsfaktor werden – indem sie ein Programm mit vier Prioritäten verfolgen. Diese sind:

  • 1. Schaffung und Einhaltung eines proaktiven strategischen Programms zur Überwachung und Bewältigung sich ändernder globaler und lokaler Vorschriften, dabei Sicherstellung umfassender regulatorischer Compliance.
  • 2. Einsatz und Ausbau der Daten- und Analyse-Fähigkeiten der Risikofunktion, um kommerzielle Opportunitäten der Bank zu bewerten und zu erweitern, und somit Mehrwert für die Bank zu schaffen.
  • 3. Digitalisierung der Risikofunktion der Bank und
  • 4. Einsatz modernster Technologien in Zusammenarbeit mit RegTech- und anderen FinTech-Unternehmen.

[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 05/2018. Die Ausgabe ist seit dem 25. April 2018 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autoren:
Gerold Grasshoff, Senior Partner und Managing Director, The Boston Consulting Group GmbH, Frankfurt.
Thomas Pfuhler, Partner und Managing Director, The Boston Consulting Group GmbH, München.
Norbert Gittfried, Associate Director, The Boston Consulting Group GmbH, Frankfurt.
Dr. Volker Vonhoff, Principal, The Boston Consulting Group, New York.

Artikelbild: ©FotografiaBasica – iStockphoto.com