Das Expected Loss Model des IFRS 9 als Chance zur Optimierung von Planungsprozess und -qualität

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13. Februar 2018
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Von Thilo Helpenstein, Thomas Dücker

Die Kreditrisikovorsorge ist für die meisten Finanzinstitute eine signifikante Ergebnisdeterminante. Die bilanzielle Risikovorsorge beschreibt die Art und den Umfang der Abbildung nettovermögensmindernder oder -mehrender Risiken in der Bilanz. Der Begriff der Risikovorsorge beschreibt diesbezüglich die Bildung einer Rücklage eines Finanzinstituts für das Kreditgeschäft [Vgl. weiterführend Müßig 2007, S. 1]. Die entsprechenden Planwerte der Deckungsbeitrags-, Gewinn- und Verlust- sowie Bilanzgrößen im Rahmen der Planung hinreichend valide ermitteln zu können, ohne die Komplexität im Planungsmodell signifikant zu erhöhen, stellt die Institute jedoch vor eine große Herausforderung. Oft erfolgt die Risikovorsorgeplanung rudimentär in Form von Expertenschätzungen oder Extrapolation, während methodische Ableitungen angesichts der Relevanz der Ergebnisbeiträge deutliche Vorteile aufweisen.

Die Einführung des IFRS 9 und die damit verbundene Umstellung vom Incurred Loss Model auf das Expected Loss Model bietet bei dem Vorgehen zur Risikovorsorgeplanung großes Synergiepotenzial. Werden die in jedem Fall zu etablierenden Ermittlungsmethodiken für externe Abschlüsse nach IFRS auch für Planungszwecke adaptiert, ist eine erhebliche Erhöhung der Planungsqualität für die Risikovorsorge (RiVo) mit vergleichsweise geringem Aufwand zu erreichen. In diesem Sinn thematisiert der vorliegende Beitrag die Entwicklung einer Planungsmethodik für die Risikovorsorge in Anlehnung an IFRS 9 zur Objektivierung und geschäftsfeldübergreifenden Standardisierung der Planergebnisse.

Ausgangslage – Bilanzielle Risikovorsorge im Kontext der Geschäftsfeldplanung 

Die Geschäftsfeld- und Konzernplanung stellt seit jeher einen entscheidenden Bereich der Steuerungsprozesse dar. In der externen Sicht ist sie prädestiniert als (eine) Informationsgrundlage zukünftiger Entwicklungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Rahmen des Lageberichts und der Prognose der Ergebnisentwicklung [durch eine Externalisierung der internen Unternehmensplanung im Sinn eines Management-Approach wird die in DRS 20 formulierte, zentrale Funktion des Prognoseberichts forciert, die voraussichtliche Entwicklung des Konzerns mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken ist aus Sicht der Konzernleitung zu beurteilen und zu erläutern. Vgl. Knauer/Wömpener 2010, S. 483f.] sowie etwaiger Meldeanforderungen (u. a. Basismeldewesen), Ratinggespräche und des Investor-Relations-Management. In der internen Steuerung bildet die Geschäftsfeld- und Konzernplanung insbesondere die strategische und operative Erwartungshaltung der Geschäftsentwicklung ab, sodass eine kurz- und mittelfristige Zielfestlegung vom Management bis zum Vertrieb quantifiziert wird. Weiterhin dient sie als Rahmen für Investitionen und zur Allokation verfügbarer Budgets, als Benchmark für Soll-Ist-Vergleiche (operative Leistungsmessung) sowie als Basis der Incentivierung.

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[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 02/2018. Die Ausgabe ist seit dem 31. Januar 2018 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autoren:

Dr. Thilo Helpenstein, ifb AG, Köln.

Thomas Dücker, M.Sc., Universität Siegen.

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