DBUSA mit überdurchschnittlicher Eigenkapitalquote

-
22. Juni 2018
-
Redaktion RISIKO MANAGER

Die US-Notenbank hat der US-Tochter der Deutschen Bank AG, der DB USA Corporation (DBUSA), nach dem aktuellen Stresstest eine überdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung bescheinigt. Nach Mitteilung der Deutschen Bank fiel die risikogewichtete Eigenkapitalquote (Common Equity Tier 1) auch im negativsten Szenario nicht unter 12,2 Prozent. Die US-Großbanken insgesamt erreichten 7,9 Prozent, vorgeschrieben sind 4,5 Prozent. Bei der ungewichteten Tier-1-Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) erreichte die DBUSA 5,7 Prozent, gefordert sind 4,0 Prozent.

Der Aktienkurs der Deutschen Bank hatte Anfang des Monats stark unter Pressemeldungen gelitten, denen zufolge die US-Bankenaufsicht die DBUSA aus Gründen, die nicht mit der Kapitalausstattung zusammenhängen, als "problematisch" einstufe. Zudem hatte die Ratingagentur Standard & Poor's die langfristige Bonitätsnote des größten deutschen Kreditinstituts gesenkt. Nach Bekanntgabe der Stresstest-Ergebnisse reagierte die Börse leicht positiv. Allerdings stehe bereits die nächste Hürde mit der sogenannten umfassenden Kapitalanalyse an, die sich in der Vergangenheit für die deutsche Bank als die höhere Hürde erwiesen hat. Auf dieses Ergebnis wird mit Spannung gewartet.

In London hat unterdessen die Ratingagentur Fitch den Ausblick für die Deutsche Bank auf "Negativ" von zuvor "Stabil" gesenkt. Das langfristige Emittentenausfallrisiko wurde mit "BBB+" bestätigt, auch die übrigen Einstufungen der Bonität wurden bekräftigt. Mit dem nun negativen Ausblick droht der Bank allerdings eine Abstufung der Kreditwürdigkeit in der Zukunft. Fitch begründete den Schritt mit erheblichen Umsetzungsrisiken, denen die Deutsche Bank bei ihrer Restrukturierung ausgesetzt sei. Ohne Stärkung ihres Geschäftsmodells drohe eine Abstufung, so die Kreditanalysten. (DJN) 

Bildquelle: ©stock_colors | istockphoto.com