De Guindos sieht EZB nicht als geldpolitischen Nachzügler

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27. Februar 2018
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Von Hans Bentzien

Der designierte Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, findet die gegenwärtige EZB-Geldpolitik angemessen. "Ich glaube nicht, dass die EZB ein geldpolitischer Nachzügler ist", sagte der scheidende Finanzminister Spaniens in seiner Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments. Er fügte hinzu: "Da die Wirtschaftslage des Euroraums inzwischen besser ist als die der USA, wird sich die Geldpolitik der EZB auch jener der US-Notenbank annähern."

Auf die Frage nach der Angemessenheit der Größe der EZB-Bilanz sagte der Spanier, diese sei das Ergebnis der Ankaufprogramme. "Die Entwicklung der Bilanzsumme wird von verschiedenen ökonomischen Variablen abhängen, vor allem von der Inflationsrate", sagte De Guindos. Ziel der Zentralbank sei nicht nur Inflation, sie bemühe sich auch um höheres Wachstum und um höhere Einkommen. Er hoffe, dass sich die Inflationserwartungen in den nächsten Jahren dem mittelfristigen Inflationsziel der EZB annähern würden. Nach dem Ende der Wertpapierankäufe werde die EZB ihre Zinsen anheben, das halte er auch für den richtigen Ansatz.

Die EU-Finanzminister hatten De Guindos am 20. Februar als Nachfolger des Ende Mai ausscheidenden EZB-Vizepräsidenten Vitor Constancio nominiert. Ernannt wird De Guindos von den Staats- und Regierungschefs, nach Konsultationen mit dem Europaparlament und dem EZB-Rat. (DJN)

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