Deutsche Bank mit roten Zahlen im vierten Quartal

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30. Januar 2019
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Matthias Goldschmidt

Vorstandschef Christian Sewing wird am Freitag zwar den ersten Jahresgewinn der Deutschen Bank seit 2014 präsentieren. Doch so schön der Erfolg auch scheint, im Schlussquartal hat die Bank wohl erneut einen Verlust eingefahren. Das schwache Marktumfeld belastet die Erträge in der wichtigen Unternehmens- und Investmentbank.

Während die US-Banken weiter Milliarden scheffeln, muss man sich bei der Deutschen Bank mit einem Gewinn im mittleren dreistelligen Millionenbereich begnügen. Immerhin ist es der erste Jahresgewinn seit 2014. Die drei Vorjahre hatte die Deutsche Bank jeweils mit Verlusten beendet, auch weil das Management aufgeräumt und sich mit hohem Aufwand von existenzbedrohenden Altlasten befreit hat. Für das vierte Quartal rechnen die Analysten mit einem Verlust von 275 Mio. Euro nach einem Fehlbetrag von 2,4 Mrd. im Vorjahreszeitraum. Damals musste die Bank wegen der US-Steuerreform Bewertungsanpassungen vornehmen. Der Grund für den neuerlichen Verlust ist wohl in der Ertragsschwäche zu finden.

 

Erfolg bei den Kosten

 

Bei den Kosten dürfte Sewing einen Erfolg zu vermelden haben. Er hatte angekündigt, die bereinigten Kosten in diesem Jahr auf 23 Mrd. Euro zu drücken. Insgesamt jedoch hat die Bank nach wie vor zu hohe Ausgaben. Im dritten Quartal musste sie für einen Euro Ertrag gut 90 Cent aufwenden.

 

Es bleibt abzuwarten, welchen Eindruck die Razzia im November und der Geldwäscheskandal um die Danske Bank auf die Kunden gemacht haben. Auch wenn Sewing mit der Begrenzung der Kosten ein wichtiges Ziel erreicht hat, muss er sich doch fragen lassen, wo das angestrebte Wachstum und eine höhere Profitabilität herkommen sollen. Ob das Heil der Bank in einer Fusion mit der Commerzbank oder einer großen europäischen Bank liegt? Auch das wird Thema bei der Bilanzpressekonferenz sein. (DJN)

 

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