Konjunktur: Deutsche Wirtschaft schrumpft leicht

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14. August 2019

Die deutsche Wirtschaft hat zuletzt den Rückwärtsgang eingelegt. Im zweiten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) saisonbereinigt um 0,1 Prozent.

Das schwache Ergebnis im Außenhandel und rückläufige Bauinvestitionen hätten genügt, um die Wirtschaft in die Knie zu zwingen, trotz weiterhin positiver Konsumimpulse, teilte Allianz Research mit. In den kommenden Quartalen sei angesichts des verhaltenen Ausblicks für Welthandel und Automobilbranche sowie der anhaltenden erhöhten politischen Unsicherheit rund um Handel, Italien und Brexit bestenfalls mit einem Mini-Wachstum zu rechnen.

Besorgniserregend sei, dass die Industrieschwäche zunehmend auf die Binnennachfrage abfärbt. Schließlich sei die deutsche Wirtschaft bisher vor allem vom privaten Konsum und den Bauinvestitionen über Wasser gehalten worden. Wegen des sehr schwachen Starts ins dritte Quartal liege das Rezessionsrisiko mittlerweile auf einem hohen Niveau, hieß es. 

Rufe nach einer fiskalpolitischen Lockerung dürften nach Einschätzung der Forscher angesichts des düsteren Konjunkturausblicks jetzt lauter werden. Ein staatliches Investitionsprogramm könne jedoch erst mit zeitlicher Verzögerung wirken und hätte mit anhaltenden Kapazitätsengpässen im Baugewerbe zu kämpfen. Eine Abwrackprämie zur Förderung der Elektromobilität hingegen könne rasch eingeführt werden.

Doch angesichts der Auto-Skandale der letzten Jahre sei ein solcher Schritt politisch kontrovers und erfordere zudem eine gewisse gesetzliche Planungssicherheit. Steuersenkungen seien ebenfalls zügig umsetzbar, aber in einem Umfeld erhöhter Unsicherheit bestehe die Gefahr, dass das zusätzliche Nettoeinkommen eher auf die Bank gebracht als ausgegeben werde. (ud)