EBA analysiert Prozyklizität bei Kreditrisiken

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16. März 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Im Rahmen des auf internen Beurteilungen basierenden Ansatzes (Internal Ratings-Based Approach – IRB-Ansatz) können Kreditinstitute ausgewählte Parameter mittels interner Modelle schätzen und diese verwenden, um ihre Eigenmittelanforderung für das Kreditrisiko zu bestimmen. Die europäische Eigenmittelverordnung (Capital Requirements Regulation – CRR) verlangt, dass die Schätzungen der Verlustquote bei Ausfall und des Umrechnungsfaktors den konjunkturellen Abschwung berücksichtigen müssen, wenn dies zu einer konservativeren Schätzung führt als der jeweilige langfristige Durchschnitt. In diesem Zusammenhang hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA nun einen Entwurf Technischer Regulierungsstandards zur Bestimmung der Art, Schwere und Dauer eines konjunkturellen Abschwungs zur Konsultation gestellt. Stellungnahmen nimmt die EBA bis zum 29. Mai entgegen. Die Standards spezifizieren nicht nur den methodischen Ansatz zur Identifikation des Konjunkturabschwungs, sondern ergänzen auch die aufsichtlichen Leitlinien zur Schätzung der Parameter um Anforderungen, wie die Auswirkungen des Abschwungs bei der Schätzung der Verlustquote und des Konversionsfaktors zu berücksichtigen sind. Zusätzlich präsentiert die EBA in dem Entwurf zwei alternative Ansätze, wie die Vorgaben der CRR umgesetzt werden könnten. Die Ansätze unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich des Harmonisierungsgrades, der Risikosensitivität und der potenziellen Implementierungskosten. Ziel der Standards ist es, die Vorgaben für diese Schätzungen innerhalb der EU zu vereinheitlichen. Dies soll die nicht risikobedingte Variabilität der Eigenmittelanforderungen für Kreditrisiken reduzieren.

Textquelle: BaFin-Journal 3 (2017)

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