EBA: Kreditrisikominderung im Schneckentempo

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04. April 2017
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Stefan Hirschmann

Nach den Angaben der EBA kämpfen Griechenland und Zypern mit dem mit Abstand größten Prozentsatz an notleidenden Krediten in den Bankbüchern, der rund 45 Prozent beträgt. Europaweit bleibt die NPL-Ratio trotz eines leichten Rückgangs noch immer im roten Bereich und reduziert sich lediglich im Schneckentempo.

Gemäß einer aktuellen Auswertung des Risk-Dashboards der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA, der anhand von Kennzahlen Auskunft über den Risikograd des europäischen Bankensektors gibt, ist der Anteil fauler Kredite zuletzt leicht gesunken. Im vierten Quartal 2016 reduzierten sich die Non-Performing Loans (NPLs) in den Bilanzen der Banken Europas um 5,1 Prozent, was 30 Basispunkte gegenüber dem Vorquartal entspricht. Die EBA führt diese Entwicklung auf die Bemühungen der Regulatoren zurück, den Anteil der notleidenden Kredite zurückzufahren. Unterm Strich bleibt die NPL-Ratio aber noch immer im roten Bereich und reduziert sich lediglich im Schneckentempo. Dies erklärt auch den erhöhten Druck der EZB, die mit ihrem jüngsten Leitfaden zu notleidenden Krediten einen wichtigen Schritt zur Bewältigung der NPL-Problematik im Euroraum vollziehen will. Darin werden die Banken aufgefordert, ihre Governance und das Risikomanagement zu verbessern sowie sicherzustellen, dass Führungskräfte Anreize zur Umsetzung von NPL-Abbaustrategien erhalten. Diese Strategie muss von den jeweiligen Leitungsorganen überwacht und gesteuert werden.

Nach den Angaben der EBA kämpfen Griechenland und Zypern mit dem mit Abstand größten Prozentsatz an notleidenden Krediten in den Bankbüchern, der rund 45 Prozent beträgt. Gemessen am Volumen ist zwar der Berg notleidender Kredite in Italien am größten, mit einer NPL-Ratio von 15 Prozent liegt das Land allerdings noch hinter Portugal (19 Prozent). Dem adäquaten Management der Risiken wird deshalb auch in Zukunft höchste Priorität zukommen. Als größte Risikotreiber sind neben den Kreditrisiken auch Marktrisiken und operationalle Risiken zu nennen. Unverändert im roten Bereich befinden sich zudem die Rechts- und Reputationsrisiken, das Niveau der Profitabilität sowie das Länderrisiko bei signifikanten Staatsexposures.