Einbettung des RepRisk in die Bankprozesse

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14. Mai 2012
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Von Rainer Sprengel

Gemäß der Studie ?Risk of Risks? der Economist Intelligence Unit galt

das Reputationsrisiko unter den Risikomanagern bereits 2005 als das

bedeutsamste und gleichzeitig am schwierigsten zu handhabende Risiko

Jeder wird in der Lage sein ? auch unabhängig von der Finanzmarktkrise ? aus der Presse bekanntgewordene (Einzel-)Fälle der letzten Jahre zu nennen, die eine rufschädigende Wirkung für ein bestimmtes Unternehmen oder auch eine Branche zur Folge hatten.

 

KÖLN, 4.5.2012. Gemäß der Studie ?Risk of Risks? der Economist Intelligence Unit galt das Reputationsrisiko unter den Risikomanagern bereits 2005 als das bedeutsamste und gleichzeitig am schwierigsten zu handhabende Risiko [vgl. Economist Intelligence Unit 2005, S. 5]. Jeder Leser wird in der Lage sein ? auch unabhängig von der Finanzmarktkrise ? aus der Presse bekanntgewordene (Einzel-)Fälle der letzten Jahre zu nennen, die eine rufschädigende Wirkung für ein bestimmtes Unternehmen oder auch eine Branche zur Folge hatten.
Dieser Bedeutung folgend wird das Reputationsrisiko in den aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Versicherungsunternehmen als eigenständige Risikokategorie geführt [vgl. BaFin 2009, S. 9]. Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement der Banken hingegen nennen das Reputationsrisiko (noch) nicht als eigenständige Risikoart [vgl. BaFin 2010, S. 5]. Der in jüngster Zeit zunehmende nationale Erfahrungsaustausch zwischen Banken und Versicherungen zum Thema Reputationsrisikomanagement belegt zum einen, dass institutsinterne Steuerungsansätze wie Reputationsrisiko-Strategien und -Regularien sowie qualitative und quantitative Reputationsrisiko-Instrumentarien an Bedeutung gewinnen. ?Best Practice?-Ansätze zeichnen sich hierbei noch nicht klar ab. Zum anderen rücken
Aspekte zum Reputationsrisikomanagement zunehmend in den Vordergrund aufsichtsrechtlicher Prüfungen. Konkrete Ausführungsbestimmungen zu den aufsichtsrechtlichen Anforderungen liegen zumindest auf nationaler Ebene bisher allerdings nicht vor [vgl. Hong Kong Monetary Authority 2008]. Nach einer kurzen Einführung (Definitionen, Ziele) wird im Nachfolgenden beispielhaft ein Prozess für ein transaktionsbezogenes, entscheidungsorientiertes Reputationsrisikomanagement beschrieben, der gegebenenfalls in dieser oder abgewandelter Form in anderen Instituten angewendet werden könnte. Unter Reputation versteht man den aus Wahrnehmungen der Anspruchsgruppen/ Stakeholder resultierenden öffentlichen und unternehmensinternen Ruf eines Unternehmens hinsichtlich dessen Leistungsfähigkeit, Kompetenz, Integrität und Vertrauenswürdigkeit. Diese so verstandene Reputation wird als ein bedeutender und nachhaltiger Faktor gewertet, der den Unternehmenswert sowohl positiv als auch negativ beeinflusst [Vgl. Schierenbeck/Grüter/Kunz 2004, S. 2]. Reputationsrisiko bedeutet die Gefahr eines sich verschlechternden Rufs des Unternehmens aus Sicht der Anspruchsgruppen. Reputationsrisikomanagement wiederum beschäftigt sich dementsprechend mit der Steuerung und Begrenzung dieses Reputationsrisikos. Reputationsrisiken sind inhärenter Teil der Geschäftstätigkeit einer Bank. Sie haben Ihre Ursache meist in gesellschaftlichen Entwicklungen in Kombination mit dem eigenen Verhalten, welche zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses entweder nicht (vollständig) bekannt oder schwer vorhersehbar sind. Ziel des Reputationsrisikomanagements ist es, wesentliche Reputationsrisiken unter Abwägung von Kosten und Nutzen soweit wie möglich zu vermeiden bzw. zu vermindern. Wesentlich sind diejenigen Reputationsrisiken, die eine deutliche und nachhaltige Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit und/ oder Ertragschancen der Bank zur Folge haben.

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[Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 9/2012. Die Ausgabe ist ab 26. April 2012 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

 

Autor:
Rainer Sprengel
, Leiter Operational & Reputational Risk Management, WestLB AG.