Erfahrungen aus dem dritten SREP-Zyklus: Wo es noch hakt

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30. April 2018
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Von Tobias Sander, Ingo Garczorz

Seit drei Jahren werden Banken im SREP-Verfahren von der europäischen Bankenaufsicht unter die Lupe genommen. Der aufsichtliche Überprüfungs- und Bewertungsprozess, genannt Supervisory Review and Evaluation Process (SREP), stellt alljährlich alle Erkenntnisse zusammen. Seit 2016 werden auch weniger bedeutende Institute (LSI) anhand dieser Vorgaben geprüft. Der dritte SREP-Zyklus zeigt: Während sich bei den großen eine gewisse Routine einstellt, hält der Prüfprozess bei den kleineren Banken noch Überraschungen und methodische Herausforderungen bereit.

Mehr als 100 bedeutende Institute untersucht

Im SREP-Zyklus des Jahres 2017 wurden über 100 bedeutende Institute in 19 Ländern untersucht [vgl. SREP-Broschüre, EZB 2017]. Die Aufsicht schätzt diese Institute als stabil und widerstandsfähig ein, wobei bestehende Risiken vor allem Ertragskraft und notleidende Forderungen betreffen. 

Teilnehmende bedeutende Institute erhielten eine mittlere Note von 2,6 (auf einer Skala von 1 bis 4), derselbe Durchschnittswert wie im Jahr zuvor. Die Mindestanforderung an harte Kernkapitalausstattung blieb im Mittel mit 10,1 Prozent der risikogewichteten Aktiva ebenfalls konstant. Diese Kapitalquote setzt sich aus Säule-2-Anforderungen (Pillar 2 Requirement – P2R) und Säule-2-Empfehlungen (Pillar 2 Guidance – P2G) zusammen. P2R und P2G werden im Rahmen des SREP institutsspezifisch festgelegt und sind hinsichtlich der Konsequenzen bei Unterschreitung abgestuft. Während P2R eingehalten werden muss, führt eine P2G-Unterschreitung nicht automatisch zu einer Ausschüttungsbeschränkung. 

Für ein Institut mit SREP-Gesamtnote 4 beträgt die Mindestquote im Durchschnitt etwa 3,3 Prozentpunkte mehr als für eines mit Gesamtnote 1. Für diesen Vergleich müssen Zahlen aus 2016 herangezogen werden, weil in 2017 kein einziges bedeutendes Institut die Gesamtnote 1 erhielt. Die Kapitalaufschläge polarisieren die Wettbewerbssituation ohnehin schwächerer Banken. 

Bei einer Gesamtnote 4 kommen in der Regel zusätzlich zu erhöhten Kapitalanforderungen qualitative Auflagen hinzu, die ein breites Spektrum von Themen betreffen können. Beispiele hierfür sind Datenqualität, das Management operationeller Risiken, die Steuerung von Zinsrisiken im Anlagebuch oder interne Steuerungsmechanismen. 

SREP-Noten können sich von Jahr zu Jahr höchstens um eine Stufe verbessern bzw. zwei Stufen verschlechtern. Dieses Prinzip,von der Europäischen Zentralbank (EZB) als „constrained judgement“ bezeichnet, hat zum Ziel, Kontinuität und Stabilität zu fördern.

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[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 05/2018. Die Ausgabe ist seit dem 25. April 2018 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autoren:
Tobias Sander, Senior Manager, Berg Lund & Company.
Dr. Ingo Garczorz, Senior Partner, Berg Lund & Company

Artikelbild: ©FilippoBacci – iStockphoto.com