EU will faule Kredite in Bad Banks auslagern

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07. Juli 2017

Die EU-Kommission will den Banken in Europa die faulen Kredite abnehmen, um so Kreditvergabe und Wachstum anzukurbeln. Nächsten Dienstag wollen die EU-Finanzminister einen Aktionsplan beschließen, um die Bankbilanzen zu säubern. Demnach sollen in den einzelnen EU-Ländern nationale Bad Banks die notleidenden Darlehen übernehmen, verbriefen und an den Finanzmärkten verkaufen. Die Kommission soll bis Ende des Jahres einen Plan zur Gründung "nationaler Vermögensverwaltungsgesellschaften" entwerfen, zitiert das Handelsblatt aus der Vorlage für die Finanzminister. In jüngster Zeit hatte die milliardenschwere Rettung dreier italienischer Banken für Wirbel gesorgt.

Gerade in den südlichen Euro-Ländern wie Italien, Portugal, Griechenland und Zypern schieben die Geldhäuser einen Berg fauler Kredite vor sich her. Das schwächt das Finanzsystem und verhindert eine effektive Versorgung der Realwirtschaft mit Fremdkapital. EU-weit summieren sich die Problemkredite auf die gewaltige Summe von 1 Bio. Euro. Neben den Bad Banks wird außerdem vorgeschlagen, die Befugnisse der Aufsichtsbehörden in der EU-Kapitalrichtlinie zu stärken. Für faule Kredite soll künftig mehr Eigenkapital vorgehalten werden müssen. Leitlinien zur Kreditvergabe, die bisher nur für Großbanken gelten, sollen auch auf kleinere Institute ausgeweitet werden, berichtet die Börsenzeitung. Diese Regeln werden nach den Vorstellungen der Kommission von der EZB und der EU-Bankenaufsichtsbehörde EBA bis Ende 2018 entwickelt. (DJN)

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