EZB überarbeitet Regelungen zur Notfall-Liquidität (ELA)

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20. Juni 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ein Regelwerk veröffentlicht, auf dessen Grundlage Banken des Euroraums mit Genehmigung des EZB-Rats kurzfristige Liquiditätsrisiken reduzieren können. Die Vereinbarung zur Notfall-Liquiditätshilfe (Emergency Liquidity Assistance – ELA) folgt einem Beschluss des EZB-Rats vom 17. Mai 2017, der darauf abzielt, die Transparenz im Hinblick auf Liquiditätsmaßnahmen weiter zu erhöhen. In der Regel refinanzieren sich Kreditinstitute entweder über den Interbankenhandel oder über Fazilitäten der Zentralbank. Dabei müssen sie Sicherheiten hinterlegen. Wenn Banken keine Sicherheiten mehr leisten können, die von anderen Kreditinstituten oder der EZB akzeptiert werden, können sie bei ihrer nationalen Zentralbank ELA-Hilfen beantragen. Die nationale Zentralbank kann im Rahmen von ELA minderwertige Sicherheiten akzeptieren. Vor allem im Falle Griechenlands wurde dieses Instrument intensiv genutzt, aber während der Finanzkrise hatten auch Banken in Belgien, Irland und Zypern ELA in Anspruch genommen. In Deutschland wurde der Hypo Real Estate (HRE) ein Limit von bis zu 50 Mrd. € zur Verfügung gestellt. Laut EZB soll ELA die Finanzstabilität gewährleisten, indem sie solventen Banken über Liquiditätsprobleme hinweg hilft. Das ELA-Agreement ersetzt die bisher relevante Publikation "ELA-Prozeduren".

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