EZB untersucht Zinsänderungsrisiken

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16. März 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

In einer Sensitivitätsanalyse – einer Art Stresstest – untersucht die Europäische Zentralbank (EZB) derzeit das Zinsänderungsrisiko in den Anlagebüchern der Banken, die sie direkt beaufsichtigt. Die Beurteilung der Zinsänderungsrisiken ist Teil des jährlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (Supervisory Review and Evaluation Process – SREP). Von dem Stresstest erhofft sich die EZB hinreichende Informationen, um sich ein Bild von der Zinssensitivität der Aktiva und Verbindlichkeiten in den Anlagebüchern der Banken sowie von der Anfälligkeit der Nettozinserträge gegenüber hypothetischen Zinsänderungen zu machen. Eine Änderung der Gesamtkapitalvorgaben für die Banken, bestehend aus Anforderungen und Empfehlungen, ist laut EZB unter sonst gleichen Bedingungen nicht zu erwarten. Sie wird bei der Analyse sechs Zinsschockszenarien anwenden, die auf den angepassten Standards zum Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch beruhen, die der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht BCBS im April 2016 veröffentlicht hatte. Die Szenarien simulieren unterschiedliche Veränderungen in Höhe und Form der Zinsstrukturkurve und liefern den Aufsehern Informationen darüber, wie sich die Schocks auf das wirtschaftliche Eigenkapital und die Nettozinserträge auswirken würden.

Textquelle: BaFin-Journal 3 (2017)

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