EZB zieht Stresstest für griechische Banken vor

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27. September 2017
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Von Nektaria Stamouli

Die Aktien griechischer Banken erleiden am Dienstag schwere Verluste. Grund sind Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB), für griechische Finanzinstitute einen vorgezogenen Stresstest durchzuführen. Ein von EZB-Präsident Mario Draghi angekündigtes Vorhaben bestätigten verschiedene mit der Sachlage vertraute Personen. Offenbar wird an den Märkten befürchtet, dass der Stresstest zu neuen Kapitalanforderungen führen könnte. Nach Angaben der informierten Personen will die EZB ab Februar 2018 Fragebögen an die vier größten griechischen Institute verschicken. Das Ergebnis des Stresstests könnte dann im Mai oder Juni vorliegen. Der turnusmäßige Stresstest in der gesamten Eurozone soll erst Ende 2018 stattfinden. Griechische Bankaktien sinken schon seit Sommer, als der Internationale Währungsfonds (IWF), einer der institutionellen Gläubiger des Landes, die EZB aufforderte, die Asset-Qualität der Institute zu prüfen und sicherzustellen, dass sie über ausreichend Kapitalpuffer verfügen. Der IWF forderte außerdem, sicherheitshalber 10 Mrd. € beiseite zu legen, um einen höheren Kapitalbedarf in der Zukunft zu decken. Griechische und europäische Offizielle betonten dagegen, dass die Banken des südeuropäischen Landes gut kapitalisiert seien. Die Bankenaktien machen einen Teil ihrer Verluste wett: Die Aktien der Piraeus Bank SA verlieren noch rund vier Prozent, hatten zeitweise aber zweistellig nachgegeben, die der Alpha Bank AE büßen 6,3 Prozent ein, National Bank of Greece SA geben um gut zwei Prozent nach und Eurobank Ergasias SA um 3,5 Prozent. (DJN)

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