Fondsmanager wollen nach Leistung entlohnt werden

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05. Oktober 2017
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Von Aaron Back

Die Gilde der Fondsmanager will im Kampf gegen die zunehmende Übermacht passiver Fonds zurückschlagen. Zu diesem Zweck experimentieren sie seit neuestem mit leistungsabhängigen Bezahlmodellen. Das Vorhaben könnte aufgehen. So will Fidelity außerhalb der USA bald Aktienfonds anbieten und für diese eine leicht erhöhte Gebühr einfordern, sofern eine Benchmark geschafft wird. Zugleich plant Fidelity als Reaktion auf neue EU-Regeln zur Bezahlung von Research-Material durch die Fonds diese Kosten an die Investoren weiterzugeben. Das steht im Kontrast zum herrschenden Modell unter Fondsmanagern, bei denen diese die Kosten selbst tragen. Unter Fidelitys Gebührenmodell würden die Anleger insgesamt weniger zu zahlen haben, sofern der Fonds über eine Benchmark nicht hinauskommt.

Branche könnte vor Revolution stehen
Fidelity als mittelgroße Fondsgesellschaft zählt zu einer Handvoll Anbieter, die nach Leistung entlohnt werden wollen. Im Dezember hatte bereits die größere Fondsgruppe Alliancebernstein Pläne für die US-Börsenaufsicht SEC erarbeitet, um sechs entsprechende Fonds aufzulegen. Noch können Kleinanleger bei diesen Finanzprodukten nicht zugreifen, doch das erste Feedback sei "sehr, sehr positiv", wie US-Vertriebschef Chris Thompson beteuert. Sollte sich das Modell durchsetzen, könnte die Branche vor einer Revolution stehen. Während sich Fidelity zu Details ausschweigt, ist Alliancebernstein mit seinen Gebührenstrukturen in die Offensive gegangen. Demnach liegt die leistungsabhängige Gebühr bei 0,1 bis 1,1 Prozent. Doch auch bei außergewöhnlich guter Kursentwicklung wird diese Bandbreite nicht durchbrochen.

Diese neue Preissetzung könnte den Vorbehalt des Durchschnittsinvestors abmildern helfen, dass er zu wenig Ertrag für zu hohe Kosten bekommt. Bereits jetzt können sich aktive US-Fondsmanager über ein ungewöhnlich gutes Abschneiden in diesem Jahr freuen. Doch über die vergangenen fünf Jahre haben sie in 83 Prozent aller Fälle nicht an den Vergleichsindex herangereicht. Angesichts dieser Zahlen überrascht die Flucht aus traditionellen Investmentfonds durchaus nicht. In den zwölf Monaten bis zum Juli litt die Branche unter Abflüssen von 245 Milliarden Dollar, während es für die passiv gemanagten Fonds um 283 Milliarden Dollar heraufging, so Daten von Morningstar. In einem richtiggehenden Preiskrieg können es Fondsmanager mit der Konkurrenz von Vanguard und Blackrock nicht aufnehmen und auch nicht glaubwürdig bessere Erträge zusagen. Rabatte für die Kundschaft dürften da der beste Weg sein, um sich gegen den Zug der Zeit zu stemmen. (DJN)

 

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