Forbearance & non-performing Exposures

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04. April 2014
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Von Matthias Gahr und George Oziashvili

Die European Banking Authority (EBA) hat am 21. Oktober 2013 den Final Draft Implementing Technical Standards (ITS) ?Supervisory reporting on forbearance and non-performing exposures? inklusive der entsprechenden FINREP-Meldetemplates veröffentlicht. Diese betreffen im Wesentlichen Verträge, die aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des Schuldners nachverhandelt wurden oder zum Berichtszeitpunkt notleidend sind.

KÖLN, 3.4.2014. Die European Banking Authority (EBA) hat am 21. Oktober 2013 den Final Draft Implementing Technical Standards (ITS) ?Supervisory reporting on forbearance and non-performing exposures? inklusive der entsprechenden FINREP-Meldetemplates veröffentlicht. Diese betreffen im Wesentlichen Verträge, die aufgrund finanzieller Schwierigkeiten des Schuldners nachverhandelt wurden (?forbearance measures?) oder zum Berichtszeitpunkt notleidend sind (?non-performing exposures?). Durch den vorliegenden ITS sind hauptsächlich die FINREP-Meldetemplates 18 und 19 betroffen. Das vorliegende überarbeitete Dokument stellt den finalen Entwurf des ITS dar. Nach der Übernahme durch die EU-Kommission wird dieser die bereits verabschiedeten ITS ergänzen. Die erste Meldung ist nach aktuellem Stand per 31. Dezember 2014 abzugeben.

Problemstellung
Der aktuelle ITS bringt einige Neuerungen insbesondere hinsichtlich der Definition der ?forbearance? sowie der ?non-performing exposures? im Vergleich zu dem vorherigen Consultation Paper vom 26. März 2013 und den von den Instituten bisher angewendeten Definitionen mit sich. Laut der EBA bauen die vorliegenden Definitionen auf den bereits vorhandenen und von den Instituten angewendeten regulatorischen Vorgaben und Anforderungen aus der Rechnungslegung auf und sollen diese nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen. Nichts desto trotz kann die Umsetzung der Meldeanforderungen gemäß den vorliegenden Templates weiterhin eine Herausforderung für die Institute darstellen. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass die vorliegenden Regelungen aller Voraussicht nach auch eine wesentliche Grundlage für das bevorstehende Asset Quality Review in der EU bilden werden.

Zielsetzung und Hintergrund
Im Rahmen des vorliegenden Artikels sollen die neu eingeführten Regelungen sowie die wesentlichen Unterschiede im Vergleich zu dem Consultation Paper aus März 2013 dargestellt und erläutert werden. Darüber hinaus wird auf die wesentlichen Herausforderungen für die Kreditinstitute bei der Umsetzung der Meldeanforderungen gemäß den aktuellen Templates und ITS eingegangen. Der Schwerpunkt des Artikels liegt hierbei auf den Regelungen, die die ?forbearance measures? betreffen. Die Meldeanforderungen bezüglich Non-Performing Exposures werden im Überblick dargestellt und bei Bedarf weiter erläutert.

In dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld wurden von der EBA unter anderem zwei wesentliche Problemfelder in Bezug auf die Qualität der Vermögenswerte innerhalb der EU identifiziert:

? der potentielle Missbrauch der ?forbearance measures? seitens der Institute, um die Erfassung der Verluste zu vermeiden, sowie

? das Fehlen von einheitlichen Definitionen für ?forbearance measures? sowie für ?non-performing exposures?.

Insbesondere Letzteres verhindert die Vergleichbarkeit der Qualität der Vermögenswerte bei verschiedenen Instituten innerhalb der EU und somit die Möglichkeit einer standardisierten Datenerhebung seitens der Aufsichtsbehörden. Darüber hinaus entsteht durch die fehlende Vergleichbarkeit der Daten Unsicherheit auf den Kapitalmärkten.
Mit den vorliegenden Meldetemplates (im Wesentlichen Template 18 und 19) sowie dem dazugehörigen ITS sollen insbesondere folgende Zielsetzungen erreicht werden:

? die Vereinheitlichung der Definitionen für ?forbearance measures? sowie für ?non-performing exposures? innerhalb der EU, sowie

? die Vervollständigung des bestehenden Regelwerkes zur aufsichtsrechtlichen Berichterstattung durch Aufnahme der neuen Definitionen und Meldetemplates zur Darstellung der Qualität der Vermögenswerte. Diese sind als eine Ergänzung zu den bestehenden Definitionen zu sehen.
Somit sollte auf die unter anderem von der EBA identifizierten Problemfelder reagiert werden.

Wesentliche Inhalte
Die vorliegenden Definitionen und Regelungen der ?forbearance measures? sowie ?non-performing exposures? sind auf sämtliche Kredite und Schuldtitel in der Bilanz, außer auf als ?held for trading? klassifizierte Finanzinstrumente anzuwenden. Darüber hinaus sind die Definitionen und Regelungen der ?non-performing exposures? auf sämtliche außerbilanziellen Posten (begebene Garantien/ Avale, Kreditzusagen sowie sonstige Zusagen) anzuwenden. Die Definitionen und Regelungen der ?forbearance measures? sind hingegen lediglich auf die Kreditzusagen anzuwenden. 

Meldeformat und Meldetermin
Die zu meldenden Informationen bezüglich ?forbearance measures? sowie für ?non-performing exposures? sind im Wesentlichen in den FINREP-Templates 18 und 19 enthalten. Darüber hinaus sind von den Änderungen die Templates 6, 9, 20 und 30 betroffen. Die Information ist in der für die EBA gewöhnlichen Granularität darzustellen, aufgeteilt nach Kunden- und Produktgruppen, sowie beispielsweise nach Überziehungslaufzeitbändern und Ursachen für die Einstufung als ?forborne?. Die erste Meldung ist voraussichtlich per 31. Dezember 2014 abzugeben.

Non-Performing Exposures
Gemäß ITS erfüllen die ?non-performing exposure? (NPE) eine der beiden Voraussetzungen:

? ein wesentliches Exposure ist mehr als 90 Tage überfällig, oder

? es ist davon auszugehen, dass der Kunde seinen Kreditverpflichtungen gegenüber der Bank nicht in voller Höhe ohne Verwertung von Sicherheiten nachkommen wird (?unlikely to pay?).

Die Definition stimmt weitgehend mit der Definition des Ausfalls aus Article 178 Abs. 1 der EU-Regulation 575/2013 (Definition of Default gemäß Capital Requirements Regulation ? CRR) überein. Die EBA gibt aber zusätzlich an, dass die Behandlung des Engagements in den FINRE¬P-Templates auf die angegebenen Kriterien ausgerichtet ist und somit unabhängig von der Einstufung in dem regulatorischen Regelwerk oder Rechnungslegung erfolgen muss. Die unter Accounting-Gesichtspunkten als wertberichtigt eingestuften oder regulatorisch ausgefallenen Engagements sind stets unter der ?non-performing?-Kategorie aufzuführen. Darüber hinaus sind sämtliche Exposures eines Schuldners als ?non-performing? einzustufen (on- und off-balance), sobald 20 Prozent des brutto On-balance-Exposures mehr als 90 Tage überfällig ist.

Die Klassifizierung als notleidend sollte laut der EBA aufgehoben werden, wenn folgende Kriterien kumulativ erfüllt sind:

? Der Kreditvertrag erfüllt die von dem Institut angewendeten Gesundungskriterien für wertberichtigte und ausgefallene Kredite.

? Die Lage des Kreditnehmers hat sich soweit verbessert, dass von der vollen Rückzahlung des Kredites gemäß den ursprünglichen oder wenn anzuwenden, angepassten Vertragsbedingungen auszugehen ist.

? Keines der Exposures ist mehr als 90 Tage überfällig.
Die Überprüfung der Kriterien muss mindestens auf Quartalsbasis erfolgen (...) 
   

 
[Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 7/2014. Die Ausgabe ist seit dem 3. April 2014 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

 

 

Autoren:
Matthias Gahr, Bereichsleiter Accounting & Controlling, SKS Advisory
George Oziashvili, Senior Consultant, SKS Advisory 

 

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