Größter Bankendeal in den USA seit der Finanzkrise

ERM
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08. Februar 2019
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Von Rachel Louise Ensign und Allison Prang

In den USA kommt es zur größten Bankenfusion seit der Finanzkrise. In einem reinen Aktiendeal übernimmt die an der Ostküste des Landes agierende Regionalbank BB&T Corp den Wettbewerber Suntrust Banks Inc. Das kombinierte Unternehmen kommt auf einen Wert von 66 Mrd. US-Dollar und wäre die sechstgrößte Privatkundenbank der USA. Ein neuer Name wurde bislang noch nicht genannt. Der Firmensitz wird in Charlotte sein, dort hat auch die Bank of America ihre Zentrale und Wells Fargo & Co unterhält dort ein wichtiges Büro. Der Deal soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. Die neue Bank verfügt den Angaben zufolge über Aktiva von 442 Mrd. Dollar – bei BB&T waren es Ende 2018 rund 225,7 Mrd., bei Suntrust 215,5 Mrd. Dollar.

Die Transaktion markiert eine Rückkehr zum Deal-Making für große US-Banken. Wegen des härteren regulatorischen Umfeldes nach der Finanzkrise blieben Banken beim jüngsten Fusionsboom außen vor. Aber die Trump-Regierung hat einige der Regeln gelockert.

Aktionäre von Suntrust erhalten je Aktie 1,295 BB&T-Anteile. Gemessen am Schlusskurs vom Mittwoch bedeutet dies eine Prämie von 7 Prozent für die Suntrust-Aktionäre. Regionalbanken haben es schwer, sich gegen die Großen der Bankenwelt wie JP Morgan Chase und Bank of America durchzusetzen. Diese ziehen mehr Neukunden an, denn insbesondere jüngere Verbraucher, die in Großstädten leben, nutzen deren digitale Angebote. Die Regionalbanken haben daher zuletzt umfangreich in Technologie investiert. Und auch BB&T mit Sitz in Winston-Salem und Suntrust mit Sitz in Atlanta wollen nach der Fusion mehr Geld für Technologie ausgeben. (DJN) 

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