Große US-Banken bestehen Stresstest

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23. Juni 2017
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Von Ryan Tracy und Telis Demos

Die großen US-Banken haben den jüngsten Stresstest mit einer Simulation schwieriger Marktbedingungen bis hin zu einer schweren Rezession bestanden. 34 der großen Geldhäuser hätten ihre Abwehrmaßnahmen gegen widrige Bedingungen seit der Finanzkrise 2008 deutlich verbessert, teilte die US-Notenbank Fed am Donnerstagabend mit, die den Test durchgeführt hat. Für die Branche ist das eine gute Nachricht, haben die Banken nun ein Argument mehr in der laufenden Debatte, ob die Regulierung der Geldhäuser zurückgefahren werden kann, wie von US-Präsident Donald Trump angestrebt. Die großen Banken schafften es nun das dritte Jahr in Folge, dass die Fed ihnen eine gute Verfassung attestierte. Sie bestanden die Simulation einer Krise mit mehr Kapital als sie vor Beginn der Krise 2008 hatten.

Zur Stunde der Wahrheit kommt es nun in der kommenden Woche, wenn die Fed den zweiten Teil des Stresstests veröffentlicht. Dann geht es um die erlaubten Dividenden und Aktienrückkäufe. In einer Ära schwachen Wirtschaftswachstums und mauer Zinsen treiben hauptsächlich solche aktionärsfreundlichen Schritte die Anteilsscheine an der Börse nach oben. Selbst wenn es die Banken durch die erste Runde der Stresstests geschafft haben, müssen sie wohl bei den Ausschüttungen an die Aktionäre Abstriche machen. Das könnte auf die Kurse drücken. In den Vorjahren hatte es schon manche Bank gegeben, die im ersten Teil des Stresstests mit ihrem Kapitalpolster gut da stand, nur um dann im zweiten Teil nach der Berücksichtigung weiterer Kriterien schlecht abzuschneiden.

Im ersten Teil des Tests stellte die Fed nun fest, dass die Banken in der simulierten Krise 383 Mrd. US-Dollar verlieren würden. Dennoch genügten sie noch den Mindestkapitalanforderungen, selbst wenn sich die Arbeitslosigkeit in den USA auf 10 Prozent verdoppeln und der Markt für Unternehmens- und Immobilienkredite in Turbulenzen geraten sollte. Fed-Gouverneur Jerome Powell lobte die Banken für ihre ausreichenden Kapitalpuffer. Das ermögliche es ihnen, Kredite während des gesamten Wirtschaftszyklus zu gewähren und Unternehmen und Privatkunden auch in schwierigen Zeiten zur Seite zu stehen.  Im zweiten Teil des Stresstests werden auch qualitative Kriterien angewandt und das Risikomanagement der Banken beurteilt. Es wird erwartet, dass dieses Jahr weniger Institute durchfallen. Es müssen dieses Jahr ohnehin nur noch 13 Großbanken sich diesem zweiten Teil des Stresstests stellen. Die Fed begründet das damit, dass die Banken insgesamt ihre Fähigkeiten verbesserten haben, Risiken in ihren Büchern in Echtzeit aufzuspüren. (DJN) 

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