HSH Nordbank mit hoher Risikovorsorge

ERM
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31. August 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die zum Verkauf stehende HSH Nordbank hat im ersten Halbjahr dank solider Zuwächse im Neugeschäft ihrer Kernbank den Gewinn vor Steuern konzernweit leicht erhöht. Der Ausblick für 2017 wurde bekräftigt. Für die ersten sechs Monate berichtete die HSH Nordbank ein Plus beim Vorsteuerergebnis im Konzern von 1 Prozent auf 173 Mio. €. Der Gesamtertrag kletterte auf 759 von vorher 541 Mio. €. Der Wehrmutstropfen in der Halbjahresbilanz der Hamburger war nach wie vor die hohe Risikovorsorge, die insbesondere für Altkredite an den deutschen Schiffahrtssektor aus der Zeit vor 2009 angefallen sind.

Die Risikovorsorge sei mit 379 Mio. € fast vollständig in der Abbaubank gebildet worden, teilte das Institut, das den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehört, mit. Die Garantie der beiden Länder sei rechnerisch bereits voll ausgelastet und habe zusätzliche Wertberichtigungen nicht mehr vollständig abgefedert. Eine direkte Ergebnisbelastung hat die HSH Nordbank über den Verkauf von Wertpapieren vermieden. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft (nach Garantie der Länder) des Konzerns lag im ersten Halbjahr bei minus 241 Mio. € nach plus 151 Mio. € im Vorjahr. Im Vorjahr wurde noch die Kompensation der Länder wirksam, die 671 Mio. € betrug. Für den Konzern wurde eine Risikovorsorge vor Garantie von minus 379 nach minus 520 Mio. € im Vorjahr ausgewiesen.

Die HSH hat auch den Abbau ihrer Non-Performing Exposures (NPE) weiter vorangetrieben. Zum 30. Juni betrug das NPE-Volumen im Konzern 11,9 nach 14,6 Mrd. € im Vorjahr. Auf die Abbaubank entfielen davon 11 Mrd. €, auf die Kernbank 900 Mio. €. Die NPE-Quote sank auf 14,6 Prozent, nach 17,5 Prozent zum 31. Dezember 2016. Die HSH sieht ihre notleidenden Kredite gut abgeschirmt: Allein für die faulen Kredite im Shipping von 8,5 Mrd. € errechnete sich eine Coverage Ratio von 61 Prozent.

Bis Februar 2018 müssen die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein die HSH Nordbank verkaufen. Sie halten 95 Prozent an der Bank, die örtlichen Sparkassen den Rest. Den Verkauf verlangt die EU-Wettbewerbsbehörde. Die HSH ist wegen der Schiffskredite ins Straucheln geraten und der Staat musste einspringen. Die Bank wurde mit Eigenkapital und Bilanzgarantien gestützt. Wenn der Verkauf der HSH Nordbank nicht gelingt, muss das Geldhaus abgewickelt werden.

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