Insolvenzrisiko nach Brexit gestiegen

ERM
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08. Juni 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die britische Wirtschaft zeigt sich nach dem EU-Referendum weitgehend stabil. Sie wird derzeit gestützt vom privaten Konsum (plus 2,6 Prozent in 2016), günstigen Kreditkonditionen und der starken globalen Nachfrage. Allerdings lassen sie Investitionen erkennbar nach. Sie lagen mit 8,8 Prozent des BIP 2016 auf dem niedrigsten Stand seit der Wirtschaftskrise 2008. Nach Ansicht der Coface Wirtschaftsexperten dürfte sich diese Entwicklung bis April 2019 verstärken. Die Folge: mehr Insolvenzen.

Die Verhandlungsphase mit der EU wird für die britische Wirtschaft zu einer harten Belastungsprobe. Die steigende Inflation wird die Kauflaune der Konsumenten und damit den Einzelhandel bremsen. Coface hat die Branche erst im März 2017 von „mittleres“ in „hohes Risiko“ herabgestuft. Der Ausstieg aus der EU wirkt sich darüber hinaus auf die Attraktivität des Landes für Investoren aus. Investitionen fließen derzeit vor allem in den Finanzsektor, gefolgt von der Informations- und Kommunikationsbranche. Coface erwartet, dass der Brexit die Innovationen sowie Forschung und Entwicklung bremsen werde. 


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