Investorenappetit auf NPL-Risiken

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05. Juli 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Ein Kapital von insgesamt mehr als 11 Milliarden Euro könnten die über 500 registrierten Käufer aus 14 Ländern auf der Forderungsbörse Debitos bis Ende des Jahres in offene Forderungen investieren. Dies bestätigt eine aktuelle Befragung unter den Investoren, die im Juni durchgeführt wurde. Besonders Non Performing Loans (NPLs) aus dem südeuropäischen Raum sind gefragt. Je ein Drittel der Teilnehmer gab an, zukünftig verstärkt in den italienischen und spanischen Kreditmarkt investieren zu wollen. „Die Umfrage unter unseren Investoren hat ganz klar gezeigt, dass wir über ausreichend Liquidität verfügen, um kurzfristig die Problemländer Italien und Spanien zu unterstützen. In diesen Märkten ist viel Bewegung, denn dort ist der Druck auf Banken- und Unternehmensseite groß, sich schnellstmöglich von offenen Forderungen zu trennen. Aber auch Deutschland bleibt trotz sinkender Renditen im Fokus der Anleger“, sagt Debitos-Gründer Timur Peters.

Besonders in Italien sind NPLs in den vergangenen Jahren zu einer großen Belastung für das gesamte Wirtschaftssystem geworden. Das zeigen auch die aktuellen Bankenpleiten von Veneto Banca und der Banca Popolare di Vicenza, die durch faule Kredite mitverursacht wurden. Ein Marktbericht der Beratungsgesellschaft EY zeigt, dass in Italien aktuell Kredite im Wert von knapp 330 Milliarden überfällig sind. „Der italienische Kreditmarkt zieht immer mehr Käufer an, die dort investieren wollen. Die Nutzer von Debitos stehen in den Startlöchern, in Italien entsprechende Portfolios zu übernehmen. Dies würde dabei helfen, die finanzielle Lage der italienischen Unternehmen und Geldinstitute schnell und nachhaltig zu entspannen“, so Peters. Auch in Spanien gibt es prominente Beispiele: Gerade wurde die Banco Popular von der Banco Santander für den symbolischen Betrag von einem Euro übernommen. Das Geldinstitut aus Madrid war ebenfalls durch notleidende Kredite in der Bilanz in Schieflage geraten.

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