JP Morgan Chase kauft seinen ersten FinTech-Partner

ERM
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18. Oktober 2017
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Von Peter Rudegeair

Auch die amerikanischen Banken arbeiten zunehmend stärker mit FinTechs zusammen: JP Morgan Chase & Co hat das Zahlungsunternehmen WePay Inc gekauft und damit seine erste größere Akquisition eines FinTech-Start-ups vorgenommen. Die US-Bank will die WePay-Technologie für die vier Millionen Kleinunternehmer-Kunden des Instituts einsetzen, so Matt Kane, CEO von Chase Merchant Services. WePay, das rund 200 Mitarbeiter beschäftigt, hilft Online-Marktplätzen und Crowdfunding-Webseiten wie GoFundMe bei Zahlungsprozessen.

Die beiden Unternehmen haben die Bedingungen des Vertrags nicht veröffentlicht. Aber ein Insider sagte, der Preis liege über den rund 220 Mio. US-Dollar, mit der das in Redwood City (Kalifornien) ansässige Start-up bei einer Finanzierungsrunde im Jahr 2015 bewertet wurde. Die wachsende Popularität von E-Commerce und mobilem Einkaufen hat Transaktionen im Bereich Zahlungsabwicklung angeheizt. 2017 gab es bislang 166 Deals mit Zahlungsabwicklern mit einer Gesamtsumme von mindestens 29,3 Mrd. US-Dollar, wie aus Daten der Investmentbank Financial Technology Partners hervorgeht.
Auch wenn J.P. Morgan unter der Führung von CEO James Dimon noch keine großen Akquisitionen von FinTech-Unternehmen vorgenommen hat, war die Bank bereits ein aktiver Start-up-Investor in diesem Sektor. In den vergangenen zwölf Monaten war sie an einer 100 Mio. US-Dollar schweren Finanzierung für das B2B-Zahlungsunternehmen Bill.com Inc. beteiligt sowie einem 50 Mio. Dollar schweren Fundraising für LevelUp, mit dessen Software Kunden in Restaurants und Cafés mit ihren Smartphones zahlen können. (DJN)

 

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