KfW steigert Effizienz des Risikomanagements

ERM
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05. April 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die KfW baut ihre Geschäftsbeziehung mit der Eurex Clearing AG weiter aus und nimmt die zentrale Verrechnung von auf Euro lautenden Zinsswapgeschäften über die Eurex Clearing AG in Frankfurt auf. Die Verrechnung von Derivatetransaktionen über zentrale Gegenparteien erhöht die Sicherheit und Stabilität des Finanzsystems erheblich. Die Central Counterparties (CCP) berechnen in Echtzeit die Risiken von Geschäften und sorgen für ausreichende Besicherung. Darüber hinaus garantieren sie die Erfüllung der Transaktionen. In Europa verpflichtet die Derivateverordnung EMIR zur zentralen Verrechnung von standardisierten Zinsswap-Kontrakten.

Als größte Förderbank des Bundes und öffentliche Stelle im Sinne der EMIR ist die KfW von dieser Verpflichtung zwar befreit. Sie hat sich aber entschieden, freiwillig am zentralen Clearing teilzunehmen. Damit steigert sie die Effizienz ihres Risikomanagements und der operativen Durchführung bezüglich der Verrechnung von Derivatetransaktionen, die sie zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken abschließt. „Die Refinanzierung der KfW basiert auf einer breiten Diversifizierung der Geschäftspartner. Somit ist es nur konsequent, dass wir das zentrale Clearing nutzen, um die Anzahl unserer Derivatepartner zu erweitern und gleichzeitig die unter Risikogesichtspunkten gegebenen Vorteile einer zentralen Verrechnung für die KfW nutzen“, sagt Dr. Günther Bräunig, Kapitalmarktvorstand der KfW.

In den vergangenen Monaten ist die Nachfrage nach Clearingdienstleistungen für außerbörslich gehandelte Derivate wie Swaps stark gestiegen. Damit kommen die G20 bei ihrem Ziel, die Stabilität des Finanzsystems durch die Verrechnung möglichst vieler Transaktionen zu steigern, einen wichtigen Schritt weiter. Das von EurexOTC Clear verrechnete Swap-Volumen ist seit Jahresbeginn um 30 Prozent auf über 1.200 Mrd. € gestiegen. Die Anbindung der KfW erhöht die Liquidität an EurexOTC nun noch einmal erheblich. Eurex Clearing betreut rund 200 Clearing-Mitglieder in 19 Ländern, verwaltet einen Sicherheitenpool von 57 Mrd. € und verarbeitet Bruttokreditrisiken von annähernd 17 Bio. € monatlich. 2016 hat das Clearinghaus rund 1,7 Milliarden Transaktionen abgewickelt. 

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