Lebensversicherer: Milliardenaufwand durch Zinszusatzreserve (ZZR)

-
12. Oktober 2015

Fitch Ratings sieht weiter steigende Kosten in Milliardenhöhe auf die deutsche Lebensversicherungsbranche zukommen. Diese benötige 2015 schätzungsweise 10 Mrd. € an Rückstellungen für ältere Versicherungspolicen mit einem Garantiezins über dem offiziellen Referenzzins von voraussichtlich 2,9 Prozent, sagten die Analysten.

(DJN) Fitch Ratings sieht weiter steigende Kosten in Milliardenhöhe auf die deutsche Lebensversicherungsbranche zukommen. Diese benötige 2015 schätzungsweise 10 Mrd. € an Rückstellungen für ältere Versicherungspolicen mit einem Garantiezins über dem offiziellen Referenzzins von voraussichtlich 2,9 Prozent, sagten die Analysten. Seit 2010 wird die Branche von den Aufsichtsbehörden zu zusätzlichen Rückstellungen gezwungen, bekannt als Zinszusatzreserve (ZZR). Diese Reserven sind jedes Jahr gestiegen. 2014 beliefen sie sich auf 8,5 Mrd. €. Denn die Versicherer müssen die Altverträge mit den höheren Garantiezinsen bedienen. Diese lagen früher noch sehr viel höher. Für die immer weiter auseinander klaffende Differenz zwischen Garantiezins und Referenzzins für die Zinszusatzreserve müssen die Versicherer immer höhere Rückstellungen bilden.

Die Fitch-Analysten rechnen für dieses Jahr mit einem Referenzzins von 2,9 Prozent nach 3,15 Prozent 2014. Die BaFin ermittelt den Referenzzins und veröffentlicht ihn dann gegen Jahresende. Die zusätzlichen ZZR-Anforderungen für 2015 könnten problemlos finanziert werden, indem Kapitalgewinne realisiert würden, so die Analysten. Dadurch könne sich aber die Fähigkeit der Versicherer, in kommenden Jahren angemessene Investmenterträge zu generieren, verringern. Den wachsenden Druck auf die Rentabilität könnten am besten diejenigen Versicherer mit einem breit gefächerten Portfolio Stand halten.

Bildquelle: Fotolia