MaRisk-Novelle soll bessere Risikokultur schaffen

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19. Februar 2016
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Stefan Hirschmann

Im Rahmen der aktuellen MaRisk-Überarbeitung hat das Bankmanagement künftig verstärkt für eine angemessene Risikokultur innerhalb des Instituts Sorge zu tragen. Diese Anforderung hat ihren Ursprung im Erwägungsgrund 54 der Bankenrichtlinie CRD IV (Capital Requirements Directive IV), wonach die Institute Grundsätze und Standards einführen sollen, die eine wirksame Kontrolle von Risiken durch die Leitungsorgane gewährleisten.

Diese Grundsätze sollen, als Teil eines wirksamen Risikomanagements, eine solide Risikokultur auf allen Unternehmensebenen fördern. Auch die EBA-Leitlinien zu gemeinsamen Verfahren und Methoden für den aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP) erwarten eine Überprüfung der Risikokultur der Institute durch die zuständige Aufsichtsbehörde und setzen damit voraus, dass Institute eine angemessene Risikokultur als Teil ihres Risikomanagements implementiert haben. In den neuen MaRisk regelt diesen Aspekt das Modul AT 3 Tz. 1.

In dem begleitenden Anschreiben an die Banken betont die BaFin, dass mit dem Konzept der angemessenen Risikokultur kein neuer Risikomanagementansatz angestrebt werde. Vielmehr beinhalte dieser Begriff eine Reihe von bereits in den MaRisk vorhandenen Elementen, die im Zusammenhang mit einer angemessen Risikokultur wichtig seien, wie z.B. die Festlegung strategischer Ziele und des Risikoappetits. Der eigentliche Inhalt einer angemessenen Risikokultur gehe aber weiter. Zweck dieser neuen Anforderung sei es, die bewusste Auseinandersetzung mit Risiken im täglichen Geschäft fest in der Unternehmenskultur der Institute zu verankern und sowohl bei der Geschäftsleitung als auch bei den Mitarbeitern auf den verschiedenen Ebenen des Instituts ein Risikobewusstsein zu schaffen, das das tägliche Denken und Handeln prägt. Dies beinhalte auch den kritischen Dialog innerhalb des Instituts, der von den Führungsebenen entsprechend gefördert werden solle. Eine angemessene Risikokultur setze im Idealfall ein offenes und kollegiales Führungskonzept voraus. Wesentlich sei es daher, Mitarbeiter dazu zu motivieren, sich entsprechend dem Wertesystem und dem Verhaltenskodex zu verhalten und innerhalb der festgelegten Risikotoleranzen zu agieren. Hier könnten materielle und immaterielle Anreize sinnvoll sein.

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