Meldewesen: EMIR II erfordert Anpassungen im transaktionsbasierten Reporting

ERM
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10. Februar 2017
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Stefan Hirschmann

Am 21. Januar 2017 hat die Europäische Union die überarbeitete RTS und ITS für Art. 9 EMIR im offiziellen Amtsblatt der EU veröffentlicht. Die Änderungen sind am 10. Februar 2017 in Kraft getreten und werden ab dem 1. November 2017 verpflichtend. Ab dann müssen die Transaktionsregister und meldepflichtigen Institute die neuen Standards in ihre Reporting-Umgebungen implementiert haben.

Die Neuregelung von EMIR soll mehr Klarheit in den regulatorischen Prozess bringen und den G20-Beschlüssen aus dem Jahr 2009 besser gerecht werden. Diese wurden im Nachgang der globalen Finanzkrise erlassen, um mit einem weltweit geltenden Regelwerk höchstmögliche Transparenz des Finanzmarktes sicherzustellen. Die neuen RTS/ITS-Standards zielen hauptsächlich auf eine verbesserte Qualität der Daten ab, die von meldepflichtigen Instituten an die Transaktionsregister bzw. die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) übermittelt werden. Die Granularität in den Datenanforderungen hat sich mit den neuen Standards deutlich erhöht. Zudem wurden Änderungen an den zu meldenden „Lifecycle-Events“ vorgenommen.

„Das transaktionsbasierte Reporting unter EMIR erfährt signifikante Veränderungen, die große Herausforderungen für die meldepflichtigen Institute darstellen können“, sagt Dr. Robert Bosch, Partner bei der Unternehmensberatung BearingPoint, die für ihre Meldewesen-Software Abakus ein neues EMIR-II-Modul entwickelt hat. Dadurch sollen die bestehenden Kunden einen reibungslosen Übergang von EMIR zu EMIR II vollziehen können. Das Produkt ist seit 2014 im Einsatz und hat durch die EMIR, die im TR-Modul implementiert wurde, eine entsprechende Marktreife erreicht. Das Modul MMSR ermöglicht den Kunden die Erfüllung der neuen Meldepflicht nach EZB-Geldmarktstatistiken (MMSR), die am 1. April 2016 mit einer dreimonatigen Testphase gestartet wurde. Alle Abakus-Nutzer haben diese Testphase auf Basis von Echtdaten erfolgreich durchlaufen und berichten seit dem 1. Juli 2016 produktiv. Weitere Module für MiFIR/MiFID II und SFTR als neue europäische Melderegime sowie die Schweizer Derivatemeldung nach FMIA/FinfraG sind bereits in der Entwicklung.

Zudem stehen auf mittlere Sicht weitere wichtige Anpassungen an, denn die Europäische Zentralbank (EZB) ist mit Nachdruck dabei, das aufsichtliche Meldewesen für Banken vollständig neu zu ordnen. Die Vorgaben will die EZB europaweit vereinheitlichen und zudem deutlich verfeinern. Vorbild für das geplante "European Reporting Framework" (ERF) ist das in der Branche umstrittene Kreditregister Anacredit, dessen Testphase im Oktober beginnt.

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