Natur wird zum größeren Risiko für Versicherer

ERM
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04. Januar 2017

Im vergangenen Jahr haben Naturkatastrophen nach drei relativ ruhigen Jahren wieder große Schäden angerichtet. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re beziffert die Schäden aus Naturkatastrophen 2016 auf 175 Mrd. US-\$, das entspricht einem Anstieg um knapp zwei Drittel zum Vorjahr. Davon wurden 50 Mrd. US-\$ von Versicherern getragen.

Das teuerste Ereignis war die Erdbebenkatastrophe auf der südjapanischen Insel Kyushu im April mit einem Gesamtschaden von 31 Mrd. US-\$, wobei der versicherte Anteil knapp 20 Prozent betrug. Bei den Überschwemmungen in China im Juni und Juli mit einem Gesamtschaden von 20 Mrd. US-\$ waren nur knapp 2 Prozent versichert. Von den 160 Schadensereignissen in Nordamerika – dem höchsten Stand seit 1980 – war der Hurrikan Matthew am verheerendsten. Er verursachte vor allem an der US-Ostküste und in Haiti Schäden von 10,2 Mrd. US-\$, wovon ein Drittel versichert waren. Zu den Großschadensereignissen durch Naturkatastrophen zählten 2016 zudem ein Waldbrand in Kanada im Mai sowie Hochwasser in Deutschland und Frankreich.
„Nach drei Jahren mit relativ niedrigen Naturkatastrophenschäden lagen die Schadenssummen 2016 wieder im mittleren und damit zu erwartenden Rahmen", sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek laut Mitteilung. Munich Re registrierte 750 relevante Schadenereignisse wie Erdbeben, Stürme, Unwetter, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen. Nach Konzernangaben war das deutlich mehr als der Zehnjahresschnitt von 590. Eine Verbesserung in diesem Zusammenhang: 2016 kamen bei Naturkatastrophen insgesamt 8.700 Menschen ums Leben nach 25.400 im Vorjahr. Konkurrent Swiss Re hatte bereits Mitte Dezember die Schäden aus Naturkatastrophen 2016 auf 150 Mrd. US-\$ beziffert. Der Anteil versicherter Schäden betrug demnach 42 Mrd. US-\$. (DJN)

 

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