Neue Maßnahmen der EU für NPL

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22. Oktober 2018
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Von Dennis Heuer, Claire-Marie Mallad

Am 14. März 2018 hat die Europäische Kommission Gesetzesvorschläge vorgestellt, die den Abbau notleidender Kredite (Non-Performing Loans, NPL ) von Bankbilanzen unterstützen sollen. Damit leistet sie der Aufforderung des Rats der Europäischen Union zur Reduzierung der NPL-Bestände im europäischen Bankensektor aus seinem Aktionsplan vom Juli 2017 Folge. Zudem veröffentlichte die EZB separate Leitlinien zu den Mindestanforderungen an aufsichtsrechtliche Rückstellungen für NPL im Rahmen eines Nachtrags zu ihren NPL-Leitlinien 2017.

NPL bezeichnet Kredite, bei denen der Kreditnehmer nicht in der Lage ist, die vorgesehenen Zahlungen zur Zins- oder Kapitaltilgung zu tätigen. Sind die Zahlungen mehr als 90 Tage überfällig oder wird der Kredit höchstwahrscheinlich vom Kreditnehmer nicht getilgt, wird er als NPL eingestuft. NPL belasten nicht nur das Unternehmensergebnis einer Bank, sondern auch deren Kunden: denn NPL in den Bankbilanzen binden das regulatorische Eigenkapital, das zur Unterlegung neuer Darlehensgewährungen vorausgesetzt wird, sodass im Ergebnis die Banken auch nur noch begrenzt Kredite an Haushalte und Unternehmen vergeben können. Daher schaden NPL nicht nur der Bank selbst, sondern auch der Realwirtschaft. 

Um dieser Misere zu begegnen, haben einige europäische Banken bisher schon viel zur Reduzierung der NPL-Bestände unternommen. Dieses Vorgehen scheint auch erfolgreich zu sein. Der im März 2018 veröffentlichte Fortschrittsbericht der Kommission  zeigt, dass NPL in Europa zurückgehen.

Trotzdem ist der Altbestand an NPL europäischer Banken noch immer eines der Haupthindernisse für eine vollständige wirtschaftliche Erholung in einigen EU-Mitgliedstaaten. Das Gesamtvolumen der NPL liegt laut Kommission derzeit noch bei 910 Mrd. Euro.  Nach Ansicht der Kommission verlangt der hohe Bestand an NPL einheitliche, EU-weite Lösungsansätze. Obwohl die Hauptverantwortung für den Abbau der hohen NPL-Bestände weiterhin bei den Banken und Mitgliedstaaten liegt, bestehe angesichts der Verflechtung des Bankensystems in der EU und insbesondere im Euroraum auch auf EU-Ebene ein klares Interesse daran, dass sich der Altbestand verringert. Zudem beabsichtigen die verschiedenen Maßnahmen der EZB und der Kommission, dass ein künftiges Auflaufen solcher Kredite verhindert wird.

Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die einzelnen EU-Maßnahmen für NPL und geht auf die mögliche Kollision der IFRS 9-Vorschriften mit den Vorgaben aus dem EZB-Addendum ein.

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[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 08/2018. Die Ausgabe ist seit dem 26. Oktober 2018 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autoren:
Dr. Dennis Heuer, Partner, White & Case LLP.
Claire-Marie Mallad, Associate, White & Case LLP.

Artikelbild: ©gece33 – iStockphoto.com