Nowotny warnt vor strukturellen Problemen der deutschen Wirtschaft

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14. Januar 2019
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Redaktion RISIKO MANAGER

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny befürchtet nachhaltige Veränderungen speziell in der deutschen Autoindustrie, die vor allem die Bundesrepublik treffen könnten. Deutschlands Strategie sei primär auf Exportüberschüsse ausgerichtet, was eine starke Abhängigkeit des Landes von der Entwicklung im Ausland mit sich bringe.

Der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny, hat auf strukturelle Probleme der deutschen Wirtschaft aufmerksam gemacht. „Die wichtigste Wirtschaftsfrage für Europa ist, ob es sich in Deutschland um einmalige Einbrüche handelt oder ob dahinter strukturelle Faktoren stecken", sagte das Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) im Gespräch mit der Zeitung „Der Standard“ mit Blick auf den Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal 2018.

 

Seine Befürchtung sei, dass es speziell in der Autoindustrie nachhaltige Veränderungen gebe, die Deutschland besonders treffen, sagte Nowotny - auch weil die Strategie primär auf Exportüberschüsse ausgerichtet sei, was eine starke Abhängigkeit Deutschlands von der Entwicklung im Ausland mit sich bringe. „Was mich besonders beunruhigt, sind psychologische Faktoren. Gerade die gesamte Dieseldiskussion, verbunden mit den Problemen in der Autoindustrie, erhöht die Unsicherheit“, führte das EZB-Ratsmitglied aus. „Wenn Menschen den Kauf eines Autos nur um ein halbes Jahr verschieben, sorgt das für einen gewaltigen Nachfrageausfall. Nachhaltige Dramatik entsteht, wenn es zu echten Strukturbrüchen in der auf Export und Maschinen ausgerichteten Wirtschaft kommen sollte", betonte Nowotny. Deutschland könnte da angreifbar sein. (DJN)

 

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