Regeländerung für Groß- und Millionenkredite

-
14. Juni 2017
-
Redaktion RISIKO MANAGER

Seit Inkrafttreten der Groß- und Millionenkreditverordnung (GroMiKV) im Jahre 2014 hat sich gezeigt, dass sich Institutsgruppen auch mit einem zentralisierten Risikomanagement organisieren können. Aufgrund von Neutralitätsaspekten muss die GroMiKV nun entsprechend ergänzt werden. Die BaFin stellt hierfür einen entsprechenden Entwurf zur Konsultation. Institutsgruppen mit zentralem Risikomanagement müssen denselben großkreditrechtlichen Spielraum haben wie Gruppen mit zentraler Liquiditätssteuerung. Die Bestimmungen für Millionenkredite werden entsprechend angepasst und auf eine rein bankaufsichtliche Zielsetzung begrenzt. Diese Änderungsverordnung steht im Einvernehmen mit der Deutschen Bundesbank.

Nachdem das europäische Kreditmeldesystem AnaCredit Mitte Juni in Kraft trat, wurde deutlich erkennbar, dass AnaCredit auf Grund seiner konzeptionellen Ausrichtung auf absehbare Zeit wesentliche bankaufsichtliche Anforderungen an ein Kreditmeldewesen nicht erfüllen kann. Die Anpassung der Meldeformate ist daher ebenso notwendig wie die der Vorschriften in der GroMiKV, nicht zuletzt um die Erweiterung des Kreditbegriffs meldetechnisch für die Datenverwendung in Analysen und in der Verschuldungsbenachrichtigung sinnvoll nutzen zu können. Dabei wird die Anpassung auf Basis der bestehenden Meldesystematik erfolgen. Die ursprünglich mit dem Modernisierungskonzept vorgesehene komplexe Umgestaltung des Millionenkreditmeldewesens wird nicht vorgenommen.

Textquelle: BaFin

Artikelbild: pimonpim / iStockphoto