Regulierungsrisiken reduzieren

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06. September 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Commerzbank-Chef Martin Zielke hat seine Redezeit auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch" in Frankfurt genutzt, um von der Politik verlässliche Rahmenbedingungen für die Unternehmen zu fordern. "Die deutsche Wirtschaft darf ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht einbüßen", sagte der Manager. Dafür bedürfe es verlässlicher Rahmenbedingungen für private Investitionen. Deshalb müsse der Staat "mehr investieren in den Ausbau und die Erhaltung der Infrastruktur, von Schienen bis zum Glasfasernetz", sagte Zielke. Auch brauchten die deutschen Unternehmen Klarheit im Umgang mit Daten. Handlungsbedarf bestehe in der Frage ihrer Nutzung. Die Politik müsse ihre Erkenntnisse nach der Wahl zügig umsetzen. "Sonst fahren auf unseren Datenautobahnen künftig Amazon, Google und Co." Nicht zuletzt - und hier ist Zielke bei seiner eigenen Branche angekommen - müssten Regulierer und Aufseher dafür sorgen, dass die europäischen Banken nicht weiter ins Hintertreffen gerieten. Denn die Unternehmen bräuchten starke Banken, die sie auf dem internationalen Parkett unterstützen und begleiten. In der Finanzierung des Außenhandels habe die Commerzbank einen Marktanteil von rund 30 Prozent. Die Kritik an der starken Exportleistung Deutschlands findet er "überzogen". So gingen große Teile der Leistungsbilanzüberschüsse allein auf preisbedingte Einflüsse zurück. Zudem sei der Anteil des Euroraums am deutschen Export seit der Euro-Einführung nicht gestiegen, sondern erheblich gesunken. Auch entstünde der deutsche Leistungsbilanzüberschuss nicht nur im Warenverkehr, sondern zunehmend auch durch Erträge auf die im Ausland angelegten deutschen Ersparnisse.

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