RepRisk und OpRisk wachsen zusammen

-
02. April 2015

Im Rahmen des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses der europäischen Bankenaufsicht (Supervisory Review and Evaluation Process, SREP) wird das Reputationsrisikomanagement zukünftig in der Prüfung der operationellen Risiken berücksichtigt. Allerdings bleibt das Reputationsrisiko dabei in der Bewertung als eigenständige Risikoart unabhängig von den operationellen Risiken.

Im Rahmen des aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses der europäischen Bankenaufsicht (Supervisory Review and Evaluation Process, SREP) wird das Reputationsrisikomanagement zukünftig in der Prüfung der operationellen Risiken berücksichtigt. Allerdings bleibt das Reputationsrisiko dabei in der Bewertung als eigenständige Risikoart unabhängig von den operationellen Risiken. Diese Zusammenlegung impliziert, dass sich der Controller operationeller Risiken intensiver als bisher mit den Reputationsrisiken des Instituts auseinandersetzen muss, wenn er diese nicht sogar selbst steuert. Durch die steigende Bedeutung des Reputationsrisikos in der aufsichtlichen Praxis liegt es zudem nahe, die Aufwände zur Steuerung des Reputationsrisikos zu erhöhen. Eine aktuelle von der Dr. Peter & Company AG durchgeführte Untersuchung deutscher Kreditinstitute ist u.a. der Frage nachgegangen, inwieweit Banken vor diesem Hintergrund die Einführung neuer Methoden zur Steuerung des Reputationsrisikos planen. Trotz der neuen Anforderungen wurde dies von fast zwei Dritteln der Teilnehmer verneint. Allerdings geben zwei von drei Risikocontrollern an, das Management operationeller Risiken eng mit dem der Reputationsrisiken verzahnt zu haben oder dies in naher Zukunft zu planen. Insgesamt scheint die Bereitschaft der Institute, in das Management der Reputationsrisiken zu investieren, trotz gestiegener Anforderung eher gering. Es scheint gelebte Praxis, das Reputationsrisiko mit etablierten Methoden der operationellen Risiken abzubilden.

Bildquelle: iStockphoto