Schiffsrisiken bleiben hoch

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06. Juni 2017

Die Gewinne der größten deutschen Schiffskreditgeber bleiben trotz erster Anzeichen einer Erholung in der Reedereibranche nach Einschätzung von Moody's unter Druck. Eine aktuelle Studie der Ratingagentur kommt zu der Einschätzung, dass die Schiffsfinanzierer ihre Rückstellungen weiter aufstocken müssen, um ausreichend auf mögliche Ausfälle vorbereitet zu sein.

Gegenwärtig liege die Absicherung von Problemkrediten der fünf größten deutschen Schiffskreditgeber bei 51 Prozent. Nötig wären laut Moody's aber 60 Prozent. Besonders schwer werde das für die NordLB und die zur DZ-Bank-Gruppe gehörende DVB Bank. Bei beiden bestehe das Risiko, das laufende Jahr mit einem Nettoverlust abzuschließen. Auch könne die Kapitalbasis weiter erodieren, so Moody's. Wie schwierig die Lage in der Branche ist, hatte sich erst in der vergangenen Woche gezeigt, als die Hamburger Reederei Rickmers Insolvenz anmelden musste, nachdem ihre finanzierende Bank, die HSH Nordbank, ein Sanierungskonzept nicht mittragen wollte.

Laut Moody's-Studie summierten sich die Schiffskredite der fünf größten Anbieter hierzulande per Ende 2016 auf 59 Mrd. €. Die durchschnittliche Quote der Problemkredite sei zum gleichen Zeitpunkt auf 37 von 28 Prozent gestiegen. Mehrere Banken hätten deshalb ihre Vorsorge erhöht und teilweise Verluste realisiert. Moody's geht davon aus, dass sich der langwierige Abschwung der Schifffahrtbranche noch fortsetzen wird und dass einige der Schiffsfinanzierer unter zunehmend steigenden Kreditkosten leiden werden, solange das Angebot die Nachfrage übersteigt. (DJN)