Schiffsrisiken bringen DVB Bank in die Bredouille

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15. November 2016
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Von Stefan Hirschmann

Mit einer schlechten Marktlage, die auch die Schiffsfinanzierer fundamental belastet, hat die gesamte Schifffahrtsbranche bereits seit längerer Zeit zu kämpfen. Die Schifffahrtskrise wird der DVB Bank jetzt einen noch höher als bisher schon erwarteten Verlust bescheren. Die Muttergesellschaft, die DZ Bank AG, will die Bank dennoch weiter stützen und Risiken abschirmen. Sie werde die Kapitalausstattung "mit geeigneten Maßnahmen stärken", hieß es. Zudem plant sie einen Squeeze-out. Dies habe der Vorstand der DZ Bank dem Vorstand der DVB Bank mitgeteilt. Dadurch kann die DZ Bank den Schiffsfinanzierer besser unter Kontrolle bringen, indem die Kleinaktionäre herausgedrängt werden. Ihr gehören schon jetzt 95 Prozent der DVB-Aktien.

Die auf die Transportfinanzierung spezialisierte DVB Bank rechnet 2016 nun mit einem Konzernverlust im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Vor zwei Monaten hatte die Bank schon die ursprüngliche Prognose aufgegeben, seinerzeit war von einem zweistelligen Millionenverlust die Rede. Eigentlich sollte das Konzernergebnis 2016 an das des Vorjahres heranreichen. Auch die für das Geschäftsjahr 2016 ursprünglich angestrebten finanziellen Steuerungsgrößen wie Return on Equity (vor Steuern), CostIncome-Ratio und Economic Value Added werden voraussichtlich nicht erreicht. Für das vierte Quartal 2016 zeichnet sich ein weiterer erhöhter Risikovorsorgebedarf auf Altengagements in der Schiffs- und Offshorefinanzierung ab. Die schon in den ersten neun Monaten erheblich auf 156,9 Mio. € gestiegene Risikovorsorge bescherte dem Institut einen Verlust vor Steuern von 27,3 Mio. €. Vor einem Jahr stand hier noch ein Gewinn von 92,2 Mio. €.

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