Schiffsrisiken drücken Ergebnis der Dekabank

ERM
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04. April 2017

Eine hohe Risikovorsorge in der Schiffsfinanzierung und niedrigere Erträge als im Vorjahr haben der Dekabank im vergangenen Jahr einen Ergebniseinbruch beschert. Das Wertpapierhaus der Sparkassen ist gleichwohl zufrieden mit der Vertriebsleistung. Für das laufende Jahr rechnet die Dekabank jedoch nicht mit steigenden Gewinnen.

Das Wirtschaftliche Ergebnis, die zentrale Steuerungsgröße der Dekabank, sackte auf 415 von 611 Mio. € im Vorjahr ab. Der Großteil des Rückgangs ist auf die erhöhte Risikovorsorge zurückzuführen, die die Bank auf 210 von knapp 80 Mio. € aufstocken musste. Fast alle großen deutschen Banken - sei es die Commerzbank, die HSH Nordbank, die NordLB, aber auch die Deutsche Bank - haben große Probleme mit ausfallgefährdeten Schiffskrediten. Grund ist die schwierige Marktsituation mit massiven Überkapazitäten in der Containerschifffahrt. Bei der Dekabank wirkte sich auch ein erhöhter Aufwand negativ auf das Ergebnis aus. Nicht zuletzt deshalb sanken die Erträge vor Risikovorsorge um 8 Prozent auf 1,4 Mrd. €. Während dabei das Provisionsergebnis knapp das Vorjahresniveau erreichte, brach das Zinsergebnis um knapp ein Viertel ein.

Vorstandschef Michael Rüdiger ist trotz allem zufrieden. "Das Zahlenwerk der Deka ist solide", sagte der Manager laut Mitteilung. "Angesichts niedriger Zinsen wenden sich immer mehr Anleger Wertpapierprodukten zu und reduzieren Marktrisiken dabei über das regelmäßige Wertpapiersparen", fügte er hinzu. "Dies ist ein ermutigendes Zeichen für die Entwicklung der Wertpapierkultur in Deutschland." Die Nettovertriebsleistung sank auf 16,9 Mrd. € von 19,5 Mrd. 2015. Die Dekabank ist gut kapitalisiert. Die harte Kernkapitalquote bei Vollumsetzung von Basel 3 stieg um 4,3 Prozentpunkte auf 16,7 Prozent. Wie im Vorjahr werden 155 Mio. € an die Anteilseigner ausgeschüttet, was einer Dividendenrendite von 3,4 Prozent entspricht. 2017 rechnet die Dekabank mit einem Wirtschaftlichen Ergebnis auf Vorjahresniveau. (DJN) 

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