Schwere Vorwürfe gegen Phoenix Insolvenzverwalter

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13. Mai 2008

Im Verfahren des insolventen Frankfurter Finanzdienstleisters Phoenix Kapitaldienst GmbH hat der Phoenix Rechtsverfolgungspool erneut beantragt, Insolvenzverwalter Frank Schmitt abzusetzen.

Im Verfahren des insolventen Frankfurter Finanzdienstleisters Phoenix Kapitaldienst GmbH hat der so genannte Phoenix Rechtsverfolgungspool erneut beantragt, Insolvenzverwalter Frank Schmitt abzusetzen. Der aus 20 Beitragszahlern der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) bestehende Pool hatte bereits im Oktober 2007 einen Antrag gegen den Anwalt der Kanzlei Schultze & Braun gestellt, der aber im Februar 2008 beim Amtsgericht Frankfurt gescheitert war. Phoenix Kapitaldienst hatte mit Hilfe gefälschter Unterlagen Wertpapiergeschäfte vorgetäuscht und die Anleger seit Anfang der 1990er Jahre um gut 600 Mio. EUR geprellt. Der Betrug war Anfang 2005 aufgeflogen, weil nach dem Tod des Firmengründers Dieter Breitkreuz die Geschäftsführung wechselte. Zwei Ex-Manager wurden im Sommer 2006 zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Mittlerweile ist Phoenix pleite, doch der Entschädigungsprozess zieht sich seit geraumer Zeit hin. Jetzt hat der Rechtsverfolgungspool in Vollmacht eines Anlegers einen neuen Antrag auf Absetzung des bisherigen Insolvenzverwalters und von vier Mitgliedern des Gläubigerausschusses gestellt. Dem Insolvenzverwalter wird vorgeworfen, sich vom Insolvenzgericht zusätzliche Gebühren in Höhe von 1,42 Mio. EUR zugebilligt haben zu lassen, indem er ein Vermögensverzeichnis vorgelegt hatte, in dem Gelder auf Treuhandkonten in Höhe von 163 Mio. EUR zuzüglich Zinsen als freie Aktiva bezeichnet wurden, obwohl ein kurz zuvor fertig gestelltes, vom Insolvenzverwalter selbst in Auftrag gegebenes, Gutachten bezeugte, dass es sich um aussonderungsfähige Treuhandgelder und nicht um freie Aktiva der Insolvenzmasse handelt. Der Gläubigerausschuss habe zudem der Abteilung Forensic Services des Büros des Insolvenzverwalters einen Auftrag in mehrfacher Millionenhöhe für Tätigkeiten erteilt, für die diese Gebühren nicht zu rechtfertigen seien, hieß es in einer Pressemitteilung. Die Anleger seien mit dem vom Insolvenzverwalter mit Genehmigung des Gläubigerbeirates vorgelegten und vom Rechtspfleger bestätigten Insolvenzplan durch eine Reihe von Fehldarstellungen dazu bewegt worden, diesem inzwischen vom Landgericht Frankfurt am Main verworfenen Insolvenzplan zuzustimmen, der die für sie darin enthaltenen Nachteile im vielfacher Millionenhöhe verschweigt. Im Insolvenzplan sei vorgesehen, Gelder auf Treuhandkonten in Höhe von 163 Mio. EUR zuzüglich Zinsen zur Masse zu ziehen, um sie als Insolvenzquote auszuschütten, ohne dass geklärt worden sei, wie weit an diesen Geldern Aussonderungsrechte bestehen. "Die Kosten des massefremden Rechtsverfolgungspool Dr. Puckler werden von der Insolvenzmasse mit der Maßgabe vorfinanziert, dass im Falle der Erfolglosigkeit des Pools die vorfinanzierten Beträge als endgültige Verluste der Masse verbleiben. Zu den Vorfinanzierungen zu Lasten der Masse gehören auch die Gebühren eines massefremden Poolbeirates, in dem auch vier Mitglieder des Gläubigerausschusses aus dem Insolvenzverfahren vertreten sind", so Markus Ross vom Phoenix Rechtsverfolgungspool. Die Absetzung des bisherigen Insolvenzverwalters und der vier Mitglieder des Gläubigerausschusses sei aufgrund dieser Vorgänge geboten. Der Insolvenzverwalter versuche, teilweise unter Einbeziehung des Gläubigerausschusses, des Insolvenzgerichtes und anderer Personen, die ihm gesetzlich zustehenden Gebühren sowie die anfallenden Kosten zu seinen eigenen Gunsten, zu Gunsten der Kanzlei und zum Teil auch zu Gunsten des Gläubigerbeirates mehr als zu verdoppeln. Durch diese widerrechtliche Kostenaufblähung erwächst jedem der 30.000 Anleger ein zusätzlicher Schaden.