Staatsanleihen: Das Risiko in der Bankbilanz

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18. Juli 2018
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Von Ulrike Dauer

Europas Banken sollten vordringlich ihre Risiken in den Bilanzen weiter reduzieren, bevor an eine "Risikoteilung" über die Europäische Einlagensicherung (EDIS) oder den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zu denken ist, sagte Marija Kolak, Verbandspräsidentin der Genossenschaftlichen Finanzgruppe Volksbanken und Raiffeisenbanken, auf der Jahrespressekonferenz des Verbands. Dazu gehöre auch ein stärkeres Augenmerk auf die hohen Bestände an Staatsanleihen in den europäischen Bankbilanzen, insbesondere des eigenen Staates. Deren Risiken könnten zum Beispiel durch eine quantitative Obergrenze und eine Eigenkapitalunterlegung bei Überschreiten von Schwellenwerten stärker berücksichtigt werden, schlug Kolak vor.

Deutsche Banken haben demnach im ersten Quartal 6,4 Prozent der Bilanzsumme in deutsche Staatsanleihen investiert, inklusive der Buchkredite an die öffentliche Hand. Bei italienischen, portugiesischen und spanischen Banken habe dieser Anteil mit 16,5 Prozent, 11,1 Prozent und 10,5 Prozent ungleich höher gelegen. In absoluten Zahlen heißt das beispielsweise, dass italienische Banken ihren Bestand an Anleihen und Krediten um gut 370 Mrd. Euro reduzieren müssten, um ihren Anteil an Forderungen gegenüber der italienischen öffentlichen Hand auf das deutsche Niveau zu senken, das nah am Durchschnitt des Euroraums liege, rechnete Kolak vor. Deshalb sei es wichtig, Risiken von Staatsanleihen in Bankbilanzen stärker zu berücksichtigen. Dabei sollten die Bonität der Staaten eine Rolle spielen und ausreichende Übergangszeiträume gewährleistet werden. (DJN) 

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