Stabiler Immobilienmarkt mit Risiken

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21. August 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Der deutsche Immobilienmarkt ist seit Jahren stabil, eine Blase scheint daher eher unwahrscheinlich. Zwar steigen die Preise in Ballungszentren seit Jahren stark an – was jedoch an einer hohen Nachfrage und zugleich fehlenden Neubauten liegt. Ein plötzlicher Preisverfall sei also nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln unwahrscheinlich. Dennoch drohen regionale Risiken und Marktkorrekturen: In ländlichen Gebieten entstehen vor allem Einfamilienhäuser – in vielen Regionen jedoch zu viele. Die meisten ländlichen Gebiete seien also überversorgt, die Haus- und Grundstückspreise würden hier perspektivisch wieder fallen, so IW-Wissenschaftler Michael Voigtländer. Lediglich in Gemeinden, die unmittelbar an Großstädten grenzen, ist noch Bedarf für Einfamilienhäuser zu erkennen. Dagegen fehlen in den großen Städten oft Wohnungen aufgrund des Mangels an Bauplätzen. Investoren setzen daher vor allem auf Mikroapartements – oft in der gehobenen Preisklasse. Doch davon werden in einigen Großstädten inzwischen zu viele gebaut. In Frankfurt wird das zum Problem, hier entstehen fast eineinhalb Mal so viele Mikroapartements wie benötigt, während in Düsseldorf gerade einmal zehn Prozent des Bedarfs gedeckt werden. Eigentlich sollen vor allem Studenten in diese Wohnungen ziehen. Doch die Mieten sind häufig zu hoch für junge Menschen, die sich mit Studentenjobs oder dem Geld der Eltern finanzieren. Eine zweite Entwicklung wird die Situation noch verschärfen, warnt Voigtländer: „In den kommenden Jahren wird die Zahl der Studenten wieder sinken. Was dann mit den Wohnungen passieren soll, ist fraglich.“ Sowohl auf dem Land als auch in Metropolen könnte es also zu Marktkorrekturen kommen. In den Großstädten sorgt zudem die Mietpreisbremse weiter für Unsicherheit bei Investoren. Sie funktioniere zwar nachweislich nicht, dennoch hielten fast alle Parteien an ihr fest, so Voigtländer. Nach der Bundestagswahl könnte sie sogar noch verschärft werden. Dann müssten Kalkulationen, die auf weiter steigenden Mieten beruhen, verworfen werden, was die Preise drücken würde.

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